Effizienz und Liquidität steigern

Wie Sie mit professionellem Forderungsmanagement Zahlungsausfälle verhindern können

04.06.2013 13:21:00

Das Risiko von Zahlungsausfällen wächst. Grund ist u.a. die Zunahme der Insolvenzen von Unternehmen und Privatpersonen. 2012 stiegen die Forderungsausfälle in Deutschland auf 37 Mrd. Euro. Für 2013 wird eine steigende Tendenz prognostiziert. Wie Sie von einem professionellen Forderungsmanagement profitieren können, erfahren Sie hier.

Das Risiko von Zahlungsausfällen wächst (Images_of_Money | Flickr.com)
Das Risiko von Zahlungsausfällen wächst (Images_of_Money | Flickr.com)

Der Ausfall von Forderungen verschlechtert die Liquidität von Unternehmen und schmälert somit den Gewinn. Problematisch wird ein Forderungsausfall dann, wenn das Unternehmen über zu wenig liquide Mittel verfügt und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Statistisch gesehen führen fast 30 Prozent der mittelständischen Insolvenzen auf eine unverschuldete Folgereaktion von Zahlungsausfällen zurück. Um dem entgegenzuwirken bedarf es einem konsequenten Forderungsmanagement, das nicht erst ab dem Zeitpunkt des Verzuges greift.

5 Tipps, wie Sie Zahlungsausfall vorbeugen können

  • Prüfen Sie die Identität und Bonität Ihrer Kunden z.B. über Wirtschaftsauskunfteien
  • Handeln Sie Zwischenzahlungen aus, um nach Teilleistungen abrechnen zu können
  • Dokumentieren Sie die Zahlungsmoral Ihrer Kunden, um Nichtzahler zu identifizieren
  • Warten Sie nicht zu lange mit der Rechnungsstellung.
  • Bieten Sie Skonti an, um Anreize zur frühzeitigen Zahlung zu bieten

Zahlungsausfall – Was nun?

Kommt es zu Zahlungsausfällen, bedarf es einem konsequenten Vorgehen. Nur so können Sie Ihre Forderungen vor Verjährung schützen.

Die folgenden Schritte sollten Sie beachten:

Verzug – Voraussetzung für die Beantragung eines Titels ist, dass Ihr Kunde mit der Zahlung in Verzug geraten ist. Ab diesem Zeitpunkt können Verzugszinsen berechnet werden. In Verzug gerät er, wenn:

  • Sie in Ihrer Rechnung ein Zahlungsziel angegeben haben und dieses überschritten wurde.
  • Der Kunde Ihre Rechnung nicht binnen 30 Tagen nach Fälligkeit begleicht. Handelt es sich hierbei um Privatpersonen, müssen Sie auf die Folgen der Nichtzahlung in der Rechnung hinweisen.
  • Ihr Kunde die Zahlung generell verweigert.

Außergerichtliches Mahnwesen – Hat Ihr Kunde die Fälligkeit der Rechnung ignoriert, empfiehlt es sich ca. 5 Tage nach Fälligkeit eine erste Mahnung zu versenden. Diese sollte schriftlich erfolgen und ein weiteres Zahlungsziel enthalten. Zahlt Ihr Kunde bis zum genannten Termin nicht, verschicken Sie zügig eine weitere Mahnung mit einer letzten Frist sowie der Ankündigung einer gerichtlichen Forderungseintreibung. Um sicher sein zu können, dass Ihre Mahnschreiben den Empfänger erreichen, können diese mit Einschreiben versendet werden.

Inkasso

Gerichtliches Mahnwesen– Sobald Ihr Kunde mit seiner Zahlung in Verzug geraten ist, haben Sie die Möglichkeit Ihre Forderungen über das gerichtliche Mahnverfahren geltend zu machen. Dazu können Sie einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheid bei Ihrem zuständigen Amtsgericht stellen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Wohnort Ihres Kunden bekannt ist. Wird der Mahnbescheid amtlich erlassen, hat Ihr Kunde 14 Tage Zeit die Forderung zu begleichen oder Widerspruch einzulegen. Erfolgt weder eine Zahlung noch ein Widerspruch, wird auf Ihren Antrag hin ein Vollstreckungsbescheid ausgestellt. Dieser stellt einen vollstreckbaren Titel dar, der Ihre Forderungen vor Verjährung schützt. Sofern Ihr Kunde Widerspruch gegen den Mahnbescheid oder den Vollstreckungsbescheid einlegt, wird der Fall an das zuständige Gericht weitergeleitet und geht in ein Gerichtsverfahren über.

Verjährungsfristen von Forderungen

  • Seit dem 01.01.2002 gilt im Schuldrecht, dass Forderungen eine Gültigkeit von 3 Jahren ab Bestehen haben. Eine Verjährungsfrist von 30 Jahren gilt dann, wenn der Gläubiger seine Forderungen innerhalb der Frist durch einen Mahn- oder Vollstreckungsbescheid abgesichert hat.

Forderungsmanagement ist zeit- und kostenintensiv. Warum also nicht auslagern?

Um das Risiko von kompletten Zahlungsausfällen zu minimieren, bedarf es an einigem Aufwand. Fortlaufende Prüfung der Bonität und Zahlungsmoral Ihrer Kunden, mündliche und schriftliche Auseinandersetzungen im Falle der Nichtzahlung sind nur einige Zeitfresser. Auch die Kosten sind erheblich. Neben Personalkosten, können auch die Mahnkosten für die Bearbeitung beträchtlich hoch sein. Hinzu kommt, dass Sie Ihre Kunden bezüglich dieser Kosten beim internen Mahnwesen nicht in Regress nehmen können.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir das interne und externe Forderungmanagement gegenübergestellt.

InkassoIn EigenregieInkasso
Zeitaufwandhoher Zeitaufwand durch Recherchen, Prüfung der notwendigen Maßnahmen, Mahnarbeit, Überwachung der Schulder-Konten, Kontroll der Fristen, Führen von StatistikenDie komplette Bearbeitung des Forderungsausfalles übernimmt das Inkassounternehmen
KostenHohe Personalkosten, keine Umlage der Kosten auf den Schuldner, wenn das Mahnwesen intern abgewickelt wirdKosten fallen nur an, wenn der Service in Anspruch genommen wird, zusätzlich können Inkassokosten auf den Schuldner umgelegt werden
Know-howMeist kein ausreichendes Know-how vorhanden, für psychologisches Gespür und Einfühlungsvermögen fehlen oftmals die ZeitJuristisches und kaufmännisches Fachwissen, Erfahrungswerte / Referenzen, psychologisches Gespür und Einfühlungsvermögen
Persönlicher Kontakt zu
Kunden
Unternehmen kennen ihre Kunden, so dass Zahlungsausfälle ggf. nach persönlichem Kontakt beglichen werden könnenBearbeiter kennen die Schuldner nicht, die Bewertung der Ausfälle erfolgt objektiv

Interessante Fakten!

  • Derzeit halten ca. 750 Inkassounternehmen rund 55 Mrd. Euro an offenen Forderungen.
  • Die durchschnittliche Forderungssumme beträgt rund 650 Euro.
  • 25% aller Forderungen sind höher als 10.000 Euro.
  • Knapp 20 Millionen außergerichtliche Mahnungen werden pro Jahr von Inkassounternehmen bearbeitet.
  • Inkassounternehmen stehen unter Erlaubniszwang – es bedarf einer behördlichen Erlaubnis, um in diesem Bereich tätig zu werden.
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