Private Altersvorsorge

Rente mit 63, 67 oder 70? So gehen Sie mit mehr Geld früher in den Ruhestand

29.07.2016 10:50:51
Das Renteneintrittsalter steigt seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre an. Zurzeit wird sogar die Rente mit 70 diskutiert. Doch nicht jeder kann oder will bis ins hohe Alter arbeiten. Wir sagen Ihnen, wie Sie trotz frühem Renteneintritt finanzielle Verluste möglichst gering halten und warum Sie noch heute handeln sollten.

Nach 45 Beitragsjahren und mit einem Jahreseinkommen von 36.267 Euro liegt die Standardrente aktuell bei 1.198 Euro (netto vor Steuer). Das Rentenniveau soll allerdings bis 2030 von derzeit 47,9 auf 44,4 Prozent des im Leben erarbeiteten Bruttolohns sinken. Eine private Vorsorge ist also unumgänglich.

Wie hoch ist meine Rente?

Für jeden Geldbeutel und jeden Anlagetyp gibt es die passende Altersvorsorge. Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, sollten Sie sich über Ihre finanzielle Situation im Alter Gedanken machen. Möchten Sie den gewohnten Lebensstandard beibehalten, brauchen Sie etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts. Beispiel: Wer vom Bruttolohn nach Steuern und Sozialabgaben 1.890 Euro übrig hat, benötigt im Alter etwa 1.500 Euro. Einen Teil dieser Summe deckt die gesetzliche Rente ab, für den Rest müssen Sie selbst aufkommen: Bei einer aktuellen Standardrente von etwa 1.070 Euro (netto nach Steuer) beträgt diese sogenannte Versorgungslücke 430 Euro.

Rentenberechnung

Wann soll ich anfangen zu sparen?

Wie hoch Ihre Rentenlücke tatsächlich sein wird, können Sie jetzt nicht wissen, aber Sie können sich mit einem finanziellen Polster darauf vorbereiten. Fakt ist: Beginnen Sie mit Ihrer Altersvorsorge so früh wie möglich. Je länger Sie warten, desto mehr müssen Sie später monatlich zurücklegen. Die Höhe Ihrer monatlichen Sparrate hängt von Ihrem Alter, Einkommen und eventuell bereits vorhandenen Vermögen ab. Experten empfehlen, 7 bis 10 Prozent vom Gehalt in die monatliche Altersvorsorge zu investieren.

Anhand der folgenden Beispiele sehen Sie, wie die ideale Altersvorsorge in unterschiedlichen Lebensabschnitten aussehen könnte. Spätestens im Rentenalter zahlt sie sich aus. Denn wer heute vorsorgt, kann gelassen in die Zukunft blicken.

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Rechenbeispiel für den Spareinstieg mit 20 Jahren

Katharina ist 20 Jahre alt, ledig und hat ein vergleichsweise geringes Jahreseinkommen von 26.400 Euro. Ihr Nettolohn beträgt etwa 1.500 Euro im Monat. Sie geht lieber auf Nummer sicher und zahlt monatlich 145,50 Euro in eine klassische Riester-Rente ein. Sofern Katharina diese nicht vor dem Rentenalter auflöst, entstehen ihr keine finanziellen Verluste. Staatliche Zulagen und Steuervorteile gibt es obendrauf. Wichtig ist, dass Katharina jährlich die Zulagen beantragt. Den „Antrag auf Altersvorsorgezulage“ erhält sie bei ihrem Versicherer.

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Tipp der Redaktion

Sie sind unsicher, welches Altersvorsorge-Modell für Sie das richtige ist? Sie wollen sich gerne umfangreich informieren und verschiedene Angebote vergleichen, bevor Sie sich entscheiden? Dann nutzen Sie den kostenlosen und unverbindlichen Service von KäuferPortal: Wir vermitteln Ihnen bis zu drei Berater in Ihrer Nähe, die Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot unterbreiten. Sie wählen das attraktivste Angebot. Ist nichts für Sie dabei, entstehen Ihnen keinerlei Verpflichtungen.

Rechenbeispiel für den Spareinstieg mit 30 Jahren

Sebastian ist 30 Jahre alt und lebt in einer kinderlosen Beziehung. Sein Jahreseinkommen beläuft sich derzeit auf 35.400 Euro. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleibt ihm ein Nettogehalt von 1.890 Euro im Monat. Er ist etwas risikofreudiger als Katharina und möchte das Beste aus seiner privaten Rentenversicherung herausholen. Daher entscheidet sich Sebastian für eine fondsgebundene Riester-Rente. Diese verspricht höhere Renditen als die klassische Riester-Rente, da die staatlichen Zulagen und das angesparte Kapital in Fonds investiert werden. Hierfür zahlt er monatlich einen Beitrag in Höhe von 162,17 Euro.

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Rechenbeispiel für den Spareinstieg mit 40 Jahren

Robert ist 40 Jahre alt, verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Er verdient 40.800 Euro im Jahr. Sein Nettolohn beträgt 2.419,39 Euro im Monat. Robert entscheidet sich für die klassische Privatrente und zahlt ab sofort 240 Euro im Monat ein. Sollte er vor seinem Rentenbeginn sterben, werden die bisher gezahlten Beiträge inkl. Überschussanteile an seine Hinterbliebenen zurückgezahlt.

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Kann ich früher in Rente gehen?

Rente mit 63. Wer träumt nicht davon, vorzeitig in den wohlverdienten Ruhestand zu wechseln. Jedoch muss man dabei mit fehlenden Entgeltpunkten und mit Abzügen rechnen. Beispiel: Renate ist 1952 geboren. Ihr regulärer Rentenbeginn liegt bei 65 Jahren und 6 Monaten. Geht Renate mit 63 Jahren in Rente, muss sie 9 Prozent Abzüge in Kauf nehmen.

Abzüge bei vorzeitiger Rente nach 35 Versicherungsjahren

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Doch es gibt Möglichkeiten, die finanziellen Verluste zu mindern:

  1. Sie gleichen die Verluste mit Sonderzahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung oder mit einer privaten Altersvorsorge aus. Die Höhe der Einzahlungen ist abhängig von Ihrer Steuersituation.
  2. Sie haben Eigenkapital oder lassen sich Ihre Altersvorsorge auszahlen (siehe Rechenbeispiele) und gehen auf eigene Kosten früher in Rente. Bei dieser Variante müssen Sie später weniger Steuern zahlen.
  3. Sie arbeiten in Altersteilzeit weiter, bis Sie das reguläre Rentenalter erreicht haben. Hierbei erhalten Sie nur einen Teil der Ihnen bereits zustehenden Rente, dürfen sich aber noch Geld hinzuverdienen.
  4. Sie suchen sich einen Minijob auf 450 Euro-Basis und gleichen damit die Verluste aus.

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Warum Sie noch heute handeln sollten

Der Garantiezins wird zum 1. Januar 2017 von 1,25 auf 0,9 Prozent gesenkt. Die Senkung betrifft sowohl Lebensversicherungen als auch private Rentenversicherungen und die Sparbeträge, die in Riester- oder Rürup-Verträge eingezahlt werden. Lediglich fondsgebundene Anlagen sind von der Senkung ausgenommen. Wenn Sie jetzt noch eine private Altersvorsorge abschließen, sind Ihnen die aktuellen Zinsen von 1,25 Prozent sicher. Stellen Sie hier Ihre Anfrage und wir vermitteln Ihnen bis zu drei Berater in Ihrer Region.

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