Factoring

Factoring hat sich in den letzten Jahren als Finanzierungsmöglichkeit für das Umlaufvermögen durchgesetzt. Damit verzeichnet die Factoringbranche seit dem Jahr 2000 alljährlich zweistellige Zuwachszahlen. Factoring ist eine Form der Finanzierung, welche die Liquiditätslage von Unternehmen zu verbessern hilft. Es ermöglicht Unternehmen, das Umlaufvermögen unabhängig von Banken zu finanzieren.

Wie funktioniert Factoring?

Factoringunternehmen kaufen Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen eines Unternehmens. Damit schliesst Factoring die Liquiditätslücke zwischen Einkauf und Verkauf.

Ablauf des Factorings im Detail

Angenommen das Unternehmen A leidet unter Liquiditätsproblemen. Die Auftragslage ist eigentlich gut, doch aufgrund langer Zahlungsziele hat das Unternehmen zwei prinzipielle Probleme: Einerseits fehlt Geld, um Waren einzukaufen, andererseits fehlt auch Geld, um zu investieren. Das erschwert die Expansion.

In dieser Situation hilft Factoring

Nach Beauftragung eines Factoring Unternehmens stellt Unternehmen A seinen Kunden die Rechungen wie bisher, und sendet diese aber gleichzeitig an das Factoring Unternehmen. Das Factoring Unternehmen erledigt dann alles Weitere. Unternehmen A erhält dafür rund 80-90% des Forderungsbetrags innerhalb von 24-48 Stunden nach Rechnungsstellung - je nach Vertrag. Der Rest wird als Sicherheitspuffer von dem Factoring Unternehmen einbehalten und erst nach Rechnungsausgleich ausgezahlt. Außerdem hat der Factoring Nutzer damit seine Debitorenbuchhaltung ausgelagert. Natürlich ist Factoring auch mit Kosten verbunden - dazu im nächsten Abschnitt mehr.

Wie funktioniert Factoring in der Praxis?

factoring-praxis
  1. Factoring beginnt mit der Bestellung und Lieferung einer Ware oder Dienstleistung beim Factoring Nutzer.
  2. Allerdings erfolgt jetzt eine automatische Bonitätsprüfung durch das Factoring Unternehmen.
  3. Verläuft diese positiv, wird die Forderung an das Factoringunternehmen automatisch veräußert
  4. und das factoringnutzende Unternehmen erhält, innerhalb von 24-48 Stunden, 80-90% des Rechnungsbetrags.

Dazu folgendes Beispiel:

Angenommen das Unternehmen A verkauft an ein Factoring Unternehmen eine Forderung in Höhe von 1200€. Dafür bezahlt das Factoring Unternehmen zunächst 80% des Betrags, also 960€. Die restlichen 20% werden nach Eingang der Forderung ausgezahlt. Wenn die Forderung nach einem Monat beglichen wird, fallen dafür, bei einem Zinssatz von z.B. 7% p.A, Zinskosten in Höhe von 960*0,07*1/12 = 5,6€ an. Diese Kosten sind meist geringer, als wenn das Unternehmen A einen Kontokorrentkredit in Anspruch genommen hätte, um die laufende Kosten des Monats zu decken. Zudem verbessern sich die Eigenkapitalquote (durch "Bilanzverkürzung") und das Bonitätsranking des Unternehmens.

Kosten des Factorings

Häufig sind Factoringverträge derart gestaltet, dass zunächst eine Basisgebühr gezahlt wird (Factoring Gebühr). Deren Höhe bewegt sich zwischen 0,8% und 2% vom Jahresumsatz und ist abhängig von der Anzahl der Kunden und Rechnungen, Rechnungshöhe und die Bonität der Kunden. Zusätzlich zu der Factoringgebühr muss man Zinsen auf das von dem Factoringunternehmen vorgestreckte Geld zahlen. Die Höhe dieses Zinssatzes bewegt sich etwas unter dem marktüblichen Zinssatz für Kontokorrentkredite.

Die Factoringarten
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Einerseits unterscheidet man zwischen echtem und unechtem Factoring. Beim echten Factoring wird das Ausfallrisiko der Forderung von dem Factoringunternehmen ebenfalls übernommen, beim unechten Factoring nicht. Natürlich beeinflusst die Übernahme des Ausfallrisikos die Kosten des Factorings.

Andererseits wird zwischen stillem und offenem Factoring unterschieden. Das stille Factoring bleibt dem Schuldner verborgen, weil die Debitorenbuchhaltung weiterhin über die Adresse des Factoring Nutzers (Unternehmen A) abgewickelt wird. Stilles Factoring kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Einsatz eines Factoringunternehmens in der Außenwirkung negativ wäre. In Deutschland werden in der überwiegenden Zahl echte und offene Factoringverträge abgeschlossen.

Die Vorteile von Factoring

  • Outsourcing des gesamten Forderungsmanagements
  • schneller Liquiditätszufluss durch Factoring
  • Ausnutzung von Rabatten und Skonti
  • Erhöhung des Standings bei Ihren Lieferanten
  • Indirekte Verbesserung der Eigenkapitalquote durch Factoring
  • Reduzierung der Gewerbesteuer durch Factoring
  • Größeres Ansehen beim Kunden durch Sofortzahlung
  • guter Ausgleich bei saisonalen Umsatzschwankungen
  • Reduzierung von Dauerschulden

Factoring im Vergleich zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten

Factoring bündelt zumeist 3 verschiedene Dienstleistungen. Das Forderungsmanagement, den Forderungsausfallschutz (vgl. Warenkreditversicherung) und Liquiditätsüberbrückung (quasi wie ein Kredit). Gerade letzteres kann auch auf andere Weise erfolgen:

Worin unterscheiden sich Factoring und Inkasso?

Factoring ist nicht zu verwechseln mit Inkasso. Während ein Factoringunternehmen das Debitorenmanagement als Ganzes übernimmt, wird ein Inkassounternehmen üblicherweise erst dann beauftragt, wenn es bei einzelnen Forderungen zu Zahlungsverzögerungen kommt (vgl. Forderungsmanagement und Forderungsausfall). Dadurch verbleibt beim Inkasso die Forderung in der Bilanz des Unternehmens. Beim Factoring hingegen werden die Forderungen an das Factoringunternehmen verkauft.

Factoringunternehmen arbeiten in der Praxis eng mit der Finanzbuchhaltung ihrer Mandanten zusammen.

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Fachliche Ergänzungen oder Meinungen

  • Sehr geehrte Damen und Herren, können Sie mir bitte sagen, ob die FS-Factoring GmbH in Idar-Oberstein ein geeigeneter Partner für das Factoring-Geschäft ist. Ich habe gehört, dass viele Kunden unzufrieden sind, da die Prämien im Vergleich ziemlich hoch ist. Interessant ist aber, dass keine Branchenausschlüsse, bzw. Bonitätsausschlüsse bestehen. Ich freue mich auf eine kurze Info von Ihnen. M.f.G. A. Schneider
  • Allerdings bemüht sich die Branche auch immer mehr darum in den Privatkundenbereich vorzudringen. Ist auch ein sehr lukrativer Markt!
  • Factoring ist sicherlich vordergründing ein B2B Thema. Es gibt jedoch auch Anbieter, die sich auf die Thematik B2C Factoring spezialisiert haben. Ich habe zumindest ziemlich viele Forderungen im B2C Geschäft und habe auch einen entsprechenden Factoring Anbieter über Käuferportal vermittelt bekommen. Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.
  • Sie können sich hier recht umfassend über Factoring informieren, besonders wenn Sie auch auf die Navigation auf der rechten Seite schauen. Dort finden Sie mehr als 10 Artikel über Spezialthemen.
  • Wo gibts noch mehr Infos zu Factoring?
  • Was ist eigentlich der Unterschied zwischen echtes und unechtes Factoring, oder ist das das gleich?
  • Kann mich da nur anschliessen. Die Seite hilft echt weiter, großes Lob! Eske
  • Danke für Ihre gute Beratung fürs Factoring. Besonders das Telefongespräch hat mir wirklich weitergeholfen im "Tarifdschungel" durchzusehen.

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