Mit dieser Liste der zehn wichtigsten Erfolgsfaktoren können Sie im Vorfeld einer Gründung prüfen, ob Sie sich als Existenzgründer eignen und ob Ihr Gründungsvorhaben Chancen auf Erfolg hat. Wenn Sie guten Gewissens einen Haken hinter jeden der untenstehenden Punkte setzen können, so verfügen Sie über gute Voraussetzungen, um mit Ihrer Existenzgründung erfolgreich zu sein.
Ein Existenzgründer steckt nicht in jedem. Neben einer guten Idee und den Fähigkeiten sie in die Tat umzusetzen bedarf es auch einer gewissen Persönlichkeit. Ein Gründer muss:
Selbst wenn Sie all diese Voraussetzungen mitbringen: Die Existenzgründung kann nur dann gelingen, wenn das eigene Umfeld, vor allem die eigene Familie, hinter dem Vorhaben steht. Sprechen Sie vor einer Gründung mit jenen die von Ihrem Vorhaben betroffen sein werden und klären Sie inwieweit sie bereit sind ihr Gründungsvorhaben zu unterstützen. Idealerweise sollte Ihr Partner sogar in Teilaktivitäten Ihres Gründungsvorhabens eingebunden sein.
Nutzen Sie diese Vorlage des Bundeswirtschaftsministeriums für eine SWOT Analyse, um Ihre persönlichen Stärken und Schwächen systematisch aufzulisten. Zudem bietet der biographische Fragebogen (BEP-Check) der Webseite www.ladies-first.org eine wissenschaftlich fundierte Analyse Ihres Gründungspotenzials.
Auch wenn Sie all oben genannten Eigenschaften mitbringen, sollten Sie sich regelmäßig fragen, wie Sie mit dem Stress der Existenzgründung klar kommen. Sollte der Druck unter dem Sie stehen beginnen Ihnen Probleme zu bereiten, suchen Sie rechtzeitig professionelle Hilfe, da Sie sonst nicht zuletzt Ihren Geschäftserfolg riskieren. Wenden sie sich beispielsweise an Hilfsgruppen und Berater die auf die spezifischen Bedürfnisse von Unternehmensgründern ausgerichtet sind und mit denen Sie Ihre Probleme und Sorgen diskutieren können. (Mehr zu Thema unter Existenzgründung und Beratung)
Ihre Geschäftsidee muss Ihre Stärken und Schwächen berücksichtigen und die Markt- und Konkurrenzsituation im Auge behalten. Entscheidend für den Erfolg Ihres Gründungsvorhabens ist die Orientierung an den Wünschen Ihrer Kunden, ein gutes Verständnis Ihres Marktes und das Wissen darum, wie Sie das Interesse Ihrer Kunden wecken können. Am Anfang stehen aber zunächst vor allem viele offene Fragen. Daher müssen Sie umfassende Informationen einholen, um sich in Ihrem Geschäftsfeld zu orientieren. Eine grundsätzliche Entscheidung die häufig zu wenig Beachtung findet ist die zwischen einer Neugründung oder Übernahme, obwohl letztere in bestimmten Situationen eine attraktive Alternative darstellt.
Eine Neugründung ist dann erfolgreich, wenn Ihre Produkte und/oder Dienstleistungen innovativ sind oder Sie eine bisher unbesetzte Marktnische finden. Überprüfen Sie durch Internetrecherche, die Sichtung von Branchenbüchern, eine Anfrage beim Patentamt oder einem Blick ins Gewerberegister welche anderen Akteure sich im von Ihnen avisierten Markt bewegen. Gründer sollten dabei bedenken, dass Marktnischen nicht nur dann bestehen, wenn ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung überhaupt nicht oder an einem bestimmten Standort nicht angeboten wird. Niedrige Preise, ansprechendes Design, freundlicher Umgang mit Kunden, eine gute Beratung, besonders hohe Qualität und lange Produktlebensdauer, sowie umfassende Garantieleistungen und ein umfangreiches Serviceangebot, ja sogar eine besonders ansprechende Verpackung können differenzierende Faktoren sein, die es Ihnen ermöglichen sich von Ihren Mitbewerbern abzuheben. Marktnischen können aber auch in der auf die individuellen Wünsche des Kunden abgestellten Variation bereits etablierter Produkte bestehen; ein Trend der vor allem in letzter Zeit unter dem Stichwort „Customization” die Runde gemacht hat.
Ein Punkt der bei vielen Gründungsvorhaben von besonderer Bedeutung ist, ist neben dem begrenzten Kapital, die knappe Zeit. Ein Tag hat nur 24 Stunden und jeder Gründer weiß, dass Selbständigkeit vor allem eines bedeutet: das man selbst ständig arbeitet. Daher werden oft zur kurzfristigen Behebung eines Problems teure Investitionsgüter angeschafft, die sich im Laufe der weiteren Geschäftsentwicklung als ungeeignet erweisen. In anderen Fällen bleibt nicht genügend Zeit, um in Eigenregie eine Vielzahl von Angeboten einzuholen, so dass Existenzgründer mangels Vergleichsmöglichkeiten mehr Geld ausgeben als nötig. Um diese Probleme zu vermeiden bietet es sich eine Hand von Angeboten machen zu lassen und vor Abschluss des Kaufs auf eine fachmännische Beratung zu setzen. Käuferportal unterstützt Sie dabei sich schnell und umfassende über Preise und Leistungen einer Vielzahl von Anbietern zu verschaffen. Testberichts- und Preisvergleichseiten wie Ciao! Oder Stiftung Warentest können Ihnen ebenfalls dabei helfen sich einen Marktüberblick zu verschaffen.
Der Businessplan stellt den Ausgangspunkt Ihrer Gründungsaktivitäten da. In ihm soll die Geschäftsplanung für etwa die ersten 2 Jahre Ihres Unternehmens vorausgeplant werden. Selbstverständlich beruht diese Planung, vor allem wenn es sich um ein besonders innovatives Produkt handelt, auf sehr vielen Unbekannten, aber dennoch handelt es sich hierbei selten um vertane Zeit. Sie sollten den Businessplan nicht als ein Dokument verstehen, dass lediglich dazu dient Ihre Idee einem Investoren vorzustellen. Vielmehr geht es darum, Ihre Ursprungsidee im Prozess der Businessplanerstellung im Lichte neuer Fakten anzupassen und weiterzuentwickeln. Das Geschäftmodell das aus diesem iterativen Prozess hervorgeht, kann dabei deutlich von der Ursprungsidee abweichen. Jede unangenehme Frage die Sie so im Vorfeld beantworten können, erleichtert es Ihnen bei der Präsentation vor Investoren einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Definieren Sie vorab die wichtigsten Meilensteine in Ihrer geplanten Unternehmensentwicklung wie Kundenzahlen, mögliche Kooperationspartner, Umsatzzahlen und wann Sie in die Gewinnzone eintreten wollen. Diese Planungen gilt es in der Umsetzungsphase laufend der Geschäftsentwicklung anzupassen.
Folgender Aufbau ist für einen Businessplan zu empfehlen:
Einen guten Leitfaden für die Erstellung eines Businessplans bietet etwa der Businessplan Wettbewerb für Berlin Brandenburg.
Um die verschiedenen Teilbereiche des Businessplans mit handfesten Daten unterlegen zu können, sollten Sie diese sorgfältig recherchieren. Hierbei kommen Datenbanken von großen öffentlichen Institutionen wie etwa der OECD und des Statistische Bundesamtes ebenso in betracht wie jene von Verbänden wie dem Dehoga Bundesverband oder gewerblichen Anbietern wie AdHocData. Um hier möglichst realistische Annahmen zu treffen wird es oft notwendig sein Rat von Experten einzuholen. (Mehr zum Thema unten Existenzgründung und Beratung). So dies nicht aufgrund begrenzter Mittel nicht ohnehin klarer Einschränkungen unterliegt, sollten Sie im Rahmen dieser Recherche auch klären was der richtige regionale Fokus für Ihre Aktivitäten ist. Wollen Sie Ihr Produkt nur an einem Ort, In Ihrer Region, landes- oder gar weltweit anbieten? Denken Sie daran auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Formalitäten einer Unternehmensgründung zu klären. Eine nützliche Checkliste der zu erledigenden Formalitäten finden Sie hier.
Die Einnahmen und Ausgaben Ihres Unternehmens müssen sorgfältig geplant und permanent überwacht werden. Hierzu gilt es im Businessplan eine möglichst detaillierte Finanzplanung aufzustellen. Dies sollte die folgenden Aspekte beinhalten:
Denken Sie daran in Ihren Planungen eine entsprechende Anlaufphase zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt es die Kosten im Rahmen zu halten und konservativ zu planen. Eine Finanzplanung bei der nichts schiefgehen darf ist keine Planung sondern Wunschdenken. Der online Businessplaner des Bundeswirtschaftministeriums hilft kann Ihnen helfen belastbares Zahlenmaterial zu erstellen. Gerade für personalintensive Unternehmen ist es sinnvoll bestimmte Back-Office Arbeiten auszulagern. Das Factoring, die Lohnabrechnung oder die Finanzbuchhaltung können von Profis meist bedeutend schneller und somit letztlich günstiger erledigt werden, als wenn Sie hierfür Kapazitäten in Ihrer Firma vorhalten würden.
Existenzgründer müssen Ihren Markt, die Konkurrenz und die Wünsche Ihrer Kunden sehr gut kennen. Andererseits sollten Ihre Kunden natürlich aber auch Sie kennen. Einerseits können sie auf klassische Marketingmaßnahmen wie Plakat-, Zeitungs-, Kino- oder Fernsehwerbung zurückgreifen, um auf ihr Gründungsvorhaben aufmerksam machen. Gerade wenn man auf die Kosten schauen muss, bietet es sich andererseits jedoch auch an Internet Performance Marketing zu nutzen. Da im Internet stets eine messbare Reaktion oder gar Transaktion der Zielgruppe mit der eigenen Seite stattfindet, lässt sich bei diesem Marketing-Instrument besonders leicht und in Echtzeit feststellen, ob die Werbeinvestition sich rechnet. Gerade für Internet-Start-Up-Unternehmen in der Gründungsphase bietet es sich zudem an, neue Medien für das sogenannte Social Media Marketing zu nutzen. In manchen Bereichen kann es sich als sehr effektiv erweisen kostenlose Tools wie etwa Twitter, Facebook, Flickr oder ähnliche online Communities zu nutzen. Grundsätzlich sollte Marketing-Konzept darauf ausgerichtet sein Ihr Unternehmen durch Einsatz eines wohl austarierten Marketing-Mixes bestmöglich am Markt zu positionieren – d.h. ihren Zielkunden eine klare Unternehmensidentität zu vermitteln. Ihre Vermarktungsstrategie sollte regelmäßig aus Kundenperspektive überprüft und ggf. angepasst werden. Auch wenn nach der Geschäftseröffnung aufgrund des operativen Geschäfts oft wenig Zeit bleibt das Marketing regelmäßig zu überarbeiten. In vielen Geschäftsfeldern ist es jedoch sehr wichtig (potenziellen) Kunden fortwährend auf Ihre Firma und Ihr Angebot aufmerksam zu machen.
Kunden wollen häufig “Alles aus einer Hand”, doch niemand ist auf allen Gebieten spitze. Für Existenzgründer bietet sich die Zusammenarbeit mit Betrieben an, die Ihr eigenes Leistungsangebot sinnvoll ergänzen. Fragen Sie Firmen die komplementäre Produkte oder Dienstleistungen anbieten und erkundigen Sie sich, ob Sie Möglichkeiten sehen mit Ihnen zusammen zu arbeiten. Oft lassen sich so Synergien realisieren und manchmal sogar neue Investoren gewinnen. Derartige Partnerschaften werden Ihnen den Markteinstieg erheblich erleichtern.
Nach der Gründung braucht man meist schnell motivierte Mitarbeiter. Suchen sie gezielt und zeitnah Personal mit sehr spezifischen Qualifikationen, lohnt es sich eine Human-Resource-Agentur zu beauftragen. Neben Stellenausschreibungen in Zeitungen oder bei online Jobbörsen ist es sinnvoll auch soziale Netzwerke in Ihre Suche mit einzubeziehen (z.B. Xing, Absolventa). Sind die Mitarbeiter einmal gefunden gibt es für Existenzgründer einige wichtige Erfolgsfaktoren zu beachten:
Gründer müssen Alleskönner sein: Produktspezialisten, Verkäufer, Einkäufer, Kalkulator, Werbeexperte, Personalchef. Da niemand alles perfekt kann, bitten Sie Ihre Kollegen aber ggf. auch Freunde und Bekannte um Hilfe, wenn Sie einmal nicht weiterwissen. Fragen Sie Leute denen Sie vertrauen um Rat und testen Sie eigene Ideen indem Sie mit anderen darüber reden. Nimmt der Beratungsbedarf einen größeren Umfang in Anspruch, stehen Ihnen auch zahlreiche freiberufliche Unternehmensberater zur Verfügung die sich auf Existenzgründer spezialisiert haben. Gezieltes Networking etwa durch die Ansprache von Investoren, anderen Gründern und möglichen Kunden beispielsweise auf Messen und Veranstaltungen wie Gründer-Workshops kann ihnen wichtige Kontakte und Informationen verschaffen. Auch Fachverbände bieten Existenzgründern häufig ein umfangreiches Dienstleistungsangebot an. Natürlich können Sie oft auch Rat in entsprechenden Internetforen wie etwa dem Existenzgründerforum des BMWi oder dem Existenzgründerportal, beides Infoseiten des Bundesministeriums.
Existenzgründern stehen viele Formen der Förderung zur Verfügung.
Weitere Hilfe und Beratung finden Sie unter Existenzgründer - Paket für Selbständige, Freiberufler und Unternehmer.
Kostenlose Hotline: 0800 29 29 29 4