Solaranlagen

Solaranlagen-Ratgeber

11 Tipps für die Anschaffung einer Solaranlage

Mit einer Solaranlage können Sie die Sonnenenergie für sich nutzen: entweder zur Produktion von Solarstrom (Photovoltaik) oder für die Warmwasserbereitung (Solarthermie). Käuferportal informiert Sie, was Sie vor dem Kauf Ihrer neuen Anlage beachten sollten, und gibt Ihnen Tipps an die Hand, mit denen Sie das Maximum aus Ihrer Anlage herausholen.

1. Photovoltaik versus Solarthermie

Sonnenenergie lässt sich auf zwei Arten nutzen: Zum einen zur Erzeugung von Strom, zum anderen für die Erwärmung von Wasser. Letzteres ist nicht nur zum Duschen oder Abwaschen, sondern auch zum Heizen geeignet. Dieses Verfahren wird Solarthermie genannt. Solarthermische Anlagen sind anders aufgebaut als Photovoltaikanlagen: Solarmodule für die Stromerzeugung bestehen entweder aus blau schimmernden kristallinen Modulen oder schwarzen Dünnschichtmodulen; für solarthermische Anlagen werden sogenannte Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren verwendet.

Begriffliche und technische Unterschiede in der Solarenergie
Begriffliche und technische Unterschiede in der Solarenergie © Käuferportal

2. Dachanlage: Montage, Ausrichtung, Neigung

Solaranlagen – ganz gleich, ob für Photovoltaik oder Solarthermie – werden häufig auf dem Dach installiert. Bei Solardächern wird zwischen Indach- und Aufdach-Anlagen unterschieden.
Während sich Aufdach-Anlagen nachträglich auf das Dach montieren lassen, werden Indach-Anlagen in die

Einfamilienhaus mit einer Solaranlage auf dem Dach
Aufdach-Anlage © warrantbuffet | fotolia.com

Dachhaut integriert. Die Solarplatten sind dann zwar besser vor Wind geschützt, die Hinterlüftung zur Kühlung ist jedoch nicht mehr so effektiv wie bei Aufdach-Anlagen. Die Kühlung der Solarmodule ist vor allem an sehr heißen Tagen wichtig, denn je mehr sie sich erhitzen, desto niedriger ist die Leistung der Anlage: Der Leistungsunterschied zwischen einer sehr gut, gut und schlecht belüfteten Anlage beträgt jeweils etwa fünf Prozent. Für eine optimale Kühlung werden zehn Zentimeter Abstand zum Dach empfohlen.

Beachten Sie auch die Ausrichtung und Neigung der Anlage: Am effektivsten arbeitet sie, wenn sie direkt nach Süden ausgerichtet und in einem Winkel von 30 Grad aufgestellt wird. Für Solarthermie-Anlagen ist ein Winkel von 45 Grad optimal. Achten Sie darauf, dass die Anlage zu keiner Zeit durch umliegende Gebäude, Bäume oder Schornsteine beschattet wird.

Wirkungsgrad-Faktoren einer Solaranlage
Leistungsfähigkeit von Photovoltaikanlagen nach Himmelsrichtung und Neigungswinkel © Käuferportal

Statik prüfen!

Bevor Sie die Solaranlage planen, sollte ein Sachverständiger die Statik Ihres Daches überprüfen und Ihnen hierfür eine Garantie ausstellen.

3. Wirkungsgrad und Leistung

Zwei Werte sind für die Ermittlung der Effizienz einer Photovoltaikanlage ausschlaggebend: der Wirkungsgrad und die Nennleistung:

Nennleistung
Möchten Sie den Strom der Photovoltaikanlage für sich selbst nutzen, ermitteln Sie zunächst Ihren Strombedarf. Diesen können Sie dann mit der sogenannten Nennleistung der Anlage abgleichen. Anhand dieses Wertes können Sie die Fläche errechnen, die Sie zur Deckung Ihres Bedarfs benötigen. Die Nennleistung einer Solaranlage wird in Kilowatt-Peak (kWp) gemessen und gibt an, wie viel Solarstrom pro Fläche zu Spitzenzeiten erzeugt wird.

Berechnung der Solaranlagengröße

Eine 1-kWp-Anlage entspricht einer Fläche von 8–10 m² und erzeugt 1.000 kWh Strom im Jahr. Benötigen Sie eine Anlage, die 4.000 kWh erzeugt – der Verbrauch einer vierköpfigen Familie – muss sie mit einer Nennleistung von 4 kWp ausgeschrieben sein und wird etwa 32–40 m² groß sein. Die Spitzenleistung wird jedoch in der Praxis nie ganz erreicht.

Wirkungsgrad
Schauen Sie sich darüber hinaus den Wirkungsgrad der Anlage an: Dieser gibt Auskunft darüber, wie effektiv, d. h. wie viel Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie in Solarstrom umgewandelt werden kann. Hier ist vor allem das Material der Module ausschlaggebend: Kristalline Siliziummodule haben derzeit den höchsten Wirkungsgrad. Konkurrenz bekommen sie von Dünnschichtsolarzellen: Diese haben bisher zwar noch einen niedrigeren Wirkungsgrad, sind aber günstiger in der Anschaffung. Die Forschung zur Erhöhung des Wirkungsgrades der verschiedenen Zelltypen wird kontinuierlich vorangetrieben. Es lohnt sich hier, sich vor dem Kauf über aktuelle Trends zu informieren.

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4. Stromrechner

Solarstromrechner können ansatzweise ermitteln, wie viel Strom die geplante Anlage produzieren wird. Die meisten Rechner benötigen dafür folgende Angaben:

  • Ausrichtung
  • Dach- bzw. Modulneigung
  • Fläche der Anlage
  • Wirkungsgrad
  • Ihren Wohnort bzw. die Region, in der die Anlage installiert werden soll

So können Sie bereits vor dem Kauf kalkulieren, wie Ihre zukünftige Anlage beschaffen sein muss. Beachten Sie, dass diese Rechner eine umfassende Beratung durch einen Solarteur nicht ersetzen. Die Rechner sind im Internet verfügbar. Anbieter sind u. a. die Seiten Solarserver, test.de oder die Energieagentur NRW.

5. Solaranlage kaufen oder mieten?

Bis vor wenigen Jahren war es nur möglich, eine Solaranlage käuflich zu erwerben. Ohne das notwendige Kapital blieb als einzige Alternative, einen Kredit aufzunehmen. Seit einiger Zeit breitet sich das Mieten von Solaranlagen stark aus. Ersparnisse sind somit nicht mehr nötig, um Sonnenenergie nutzen zu können. Im Mietpreis sind bereits sämtliche Leistungen enthalten – angefangen bei der Montage, über Wartungsarbeiten und Reparaturen bis hin zur Versicherung. Lassen Sie sich von passenden Anbietern beraten und finden Sie heraus, ob das Mietmodell für Sie womöglich eine geeignetere Form der Anschaffung ist.

6. Einspeisevergütung und Förderungen

Betreiben Sie eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage und speisen einen Teil der erzeugten Energie ins öffentliche Netz ein, erhalten Sie pro Kilowattstunde einen auf 20 Jahre staatlich garantierten Festpreis. Dieser liegt derzeit im Durchschnitt bei 12 Cent pro Kilowattstunde. Normalerweise sinkt die Einspeisevergütung monatlich, doch aktuell ist für den Wert für die nächsten Monate ein konstantes Niveau festgelegt. Die Einspeisevergütung richtet sich nach der Leistung der Anlage. Die Tabelle zeigt die aktuelle Lage für Dachanlagen auf Wohngebäuden.

Monat
(2016)
bis 10 kWp
(in Cent)
bis 40 kWp
(in Cent)
bis 500 kWp
(in Cent)
Januar 12,31 11,97 10,71
Februar 12,31 11,97 10,71
März 12,31 11,97 10,71

Prüfen Sie den Einspeisevertrag!

Damit Sie von der Einspeisevergütung profitieren können, müssen Sie sich bei der Bundesnetzagentur registrieren und einen Einspeisevertrag mit dem Eigentümer des Stromnetzes abschließen. Die Verträge sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Die Solarfachzeitschrift Photon hat Einspeiseverträge mit diversen Netzbetreibern juristisch prüfen lassen. Das Magazin bietet seinen Abonnenten auch die kostenlose Prüfung des eigenen Vertrags an.

Gefördert werden Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit zinsgünstigen Darlehen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dagegen unterstützt nur Solarthermie-Anlagen mit Zuschüssen.

  BAFA (Zuschuss) KfW (Kredit)
Solarthermie-Anlage 1.500 bis 18.000 € (abhängig von der Fläche) bis 100.000 € pro Wohneinheit (Förderprogramm Energieeffizient Sanieren 151/152 oder Energieeffizient Bauen 153)
Photovoltaik-Anlage -

bis zu 100 % der Nettoinvestitionskosten, max. 25 Mio. € Kredit (Förderprogramm 274)

7. Steuern sparen mit Solarstrom

Mit dem Erwerb einer Photovoltaikanlage ergeben sich für Sie verschiedene Abschreibungsmodelle - vor allem, wenn Sie sich entscheiden, den erzeugten Solarstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Dann nämlich gelten Sie als Kleinunternehmer und können sich entscheiden, ob Sie die Umsatzsteuer auf die Einspeisevergütung erheben und abführen oder nicht. Verzichten Sie darauf, bekommen Sie auch die Vorsteuer nicht zurück. Bei der Vorsteuer handelt es sich um die Umsatzsteuer, die Sie beim Kauf der Anlage mitbezahlt haben. Dies können immerhin mehrere Tausend Euro sein.

Weitere Modelle

  • Sonderabschreibung (20 % des Nettokaufpreises)
  • Investitionsabzug (bis zu 40 % des Nettokaufpreises)
  • lineare Abschreibung (5 % pro Jahr auf 20 Jahre)
  • Betriebskosten abschreiben

8. Versicherungen

Solaranlagen sind täglich den verschiedensten Witterungsbedingungen ausgesetzt. Reparaturen, die durch Schäden notwendig werden, oder gar der komplette Austausch der Anlage, können hohe Kosten verursachen. Versicherungen können hier das Gröbste abfangen. So können Sie die Anlage über die Wohngebäudeversicherung mitversichern. Dies sollten Sie allerdings explizit mit dem Versicherungsträger abklären, da Photovoltaikanlagen nicht in jedem Fall automatisch unter die Versicherung fallen. Daneben gibt es Ertragsausfall- und Betriebshaftpflichtversicherungen. Erstere kommt zum Einsatz, wenn die Anlage aufgrund einer Beschädigung keinen Solarstrom mehr erzeugt. Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt Schadensersatzzahlungen, falls durch die Anlage jemand verletzt oder ein Sachschaden verursacht wird.

9. Wartung und Pflege

Verschmutzungen mittleren Grades kosten Sie 10 bis 20 Prozent Ihres Solarstromertrags. Zwar verfügen Solaranlagen aufgrund ihrer Neigung und ihres speziellen Glases über eine sehr gute Selbstreinigung, dennoch sollten Sie die Anlage mindestens einmal im Jahr reinigen. Denken Sie daran, dass Sie die Anlage nicht betreten und auch nichts auf ihr abstellen dürfen. Trauen Sie sich die Reinigung nicht selbst zu, engagieren Sie einen Reinigungsservice. Die Preise liegen durchschnittlich zwischen 1,50€ und 2,50€ pro Quadratmeter zzgl. Anfahrt. Die anfallenden Kosten können Sie als Betriebsausgaben bei der nächsten Steuererklärung angeben.

10. Gütesiegel

RAL Gütesiegel (Solar)Mit dem RAL-Gütezeichen für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen können Hersteller vorweisen, dass ihre Anlagen den höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Das Qualitätssiegel RAL-GZ 966 beinhaltet die Prüfung der Komponenten, die sachgerechte Konzeption und Ausführung sowie den Service des Unternehmens. Wollen Sie sich von der Hochwertigkeit einer bestimmten Solaranlage überzeugen, achten Sie auf dieses Siegel. Immerhin soll Ihre Anlage die maximale Lebensdauer von 35 Jahren erreichen.

11. Angebote einholen und vergleichen

Da sich die Preise für Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen von Anbieter zu Anbieter unterscheiden und auch die Montagekosten nicht einheitlich geregelt sind, lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen. Käuferportal kann Sie bei diesem Schritt unterstützen: Wir verfügen über ein deutschlandweites Netz an Solaranlagen-Anbietern, von dem Sie profitieren können. Füllen Sie einfach unseren Online-Fragebogen aus - wir empfehlen Ihnen bis zu drei Anbieter aus Ihrer näheren Umgebung, die Ihnen jeweils ein spezifisches Angebot vorlegen. Sie entscheiden sich für das beste Preis-Leistungsverhältnis und erteilen den Auftrag. Unser Service ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Bildquellen:
© Käuferportal
© Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | Europäische Union
© grafikplusfoto | Adobe Stock
© Himmelssturm | Adobe Stock
© Kara | Adobe Stock
© KB3 | Fotolia
© LL28 | iStock
© Olena Mykhaylova | Shutterstock
© RAL Gütegemeinschaft Solarenergieanlagen e.V. | ralsolar
© TÜV Saarland Gruppe | tekit Consult Bonn Gruppe GmbH
© warrantbuffet | Fotolia
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