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Altersvorsorge – aber richtig!

Altersvorsorge ist für viele ein leidiges Thema. Undurchsichtig und noch so weit weg. Dabei ist es ratsam, sich so früh wie möglich damit auseinanderzusetzen. Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Altersvorsorge. 

1.    Warum vorsorgen? Ich zahle doch monatlich ein!

Die gesetzliche Rente ist ein wichtiger Posten für die Sicherung des Lebensstandards. Aber Experten sind ich einig: Möchten Sie sich im Alter nicht einschränken, sollten Sie anderweitig vorsorgen. Die staatlich festgesetzten Rentenzahlungen sind dabei nur eine von drei Säulen, auf die sich die Vorsorge für die Zukunft stützt. Daneben sollten Sie auch die betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorgemodelle in Betracht ziehen. 

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Nötig geworden ist die zusätzliche Altersvorsorge durch den demografischen Wandel: Denn das deutsche Rentenmodell sieht nach dem „Generationenvertrag“ vor, dass die Jüngeren für die Älteren die Rente erwirtschaften. Allerdings müssen heute immer weniger junge Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wurde das Rentensystem bereits mehrmals reformiert. Die Konsequenzen:

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  • die Anhebung des Renteneintrittsalter auf 67 Jahre bis 2029
  • die Versteuerung der kompletten Rente ab 2040
  • die Senkung der gesetzlichen Rente von bisher 51 % auf aktuell 43 % des durchschnittlichen Nettolohns

Damit erhalten Rentner deutlich später und deutlich weniger Geld als bisher – ein guter Grund für Arbeitnehmer, schnellstmöglich auch privat vorzusorgen, um später nicht Opfer von Altersarmut zu werden. Experten zufolge droht diese sogar Normalverdienern – sofern sie nicht privat vorgesorgt haben.

2.    Welche Form der privaten Altersvorsorge sollte ich wählen?

Sie können auf vielfältige Art und Weise Geld fürs Alter zurücklegen. Grundsätzlich gilt: Die Mischung macht’s! Experten empfehlen einen Mix aus verschiedenen Finanzkonzepten. So können Beitragszahlungen und Laufzeiten flexibel auf die individuellen Lebensentwürfe zugeschnitten werden. 

So sorgen Sie richtig vor
Ein Portfolio aus konservativen Vorsorgeprodukten und renditegetriebenen Anlageformen ist immer eine gute Lösung.


Wichtig ist hierbei, dass Sie sich nicht von allzu optimistischen Renditeversprechen blenden lassen. Der Finanzmarkt ist wechselhaft und sichere Prognosen für die kommenden Jahre sind so gut wie unmöglich. Wem das Risiko bei Gewinnbeteiligungen daher zu hoch ist, der kann sein Geld auch in festverzinslichen Wertpapieren anlegen.

 ​​ Verluste bei vorzeitiger Kündigung
Sollten Sie für eine gewisse Zeit die Einzahlungen aussetzen oder die Vorsorgemaßnahme vorzeitig kündigen, müssen Sie mit Verlusten rechnen. 

3.    Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit der Altersvorsorge zu beginnen?

Grundsätzlich sollten Sie so früh wie möglich anfangen, fürs Alter vorzusorgen. Denn mit jedem Jahr, das Sie verstreichen lassen, wächst die Versorgungslücke. 

Die Versorgungslücke im Rentenalter
Die Versorgungslücke

Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem gewünschten und dem tatsächlichen Einkommen im Alter. Diese Lücke ist  Ihnen garantiert, wenn Sie sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Dabei können Sie auch klein anfangen. Vor allem in jungen Jahren sind schon monatliche Beiträge von 20 bis 50 Euro ausreichend, um Ihre Altersvorsorge zu sichern.

 ​​ Tipp der Redaktion
Planen Sie frühzeitig die Rückzahlung von Krediten und Darlehen. Denn sind Sie im Alter schuldenfrei, wird die Rente nicht noch durch monatliche Raten gekürzt, sondern steht Ihnen ganz zur Verfügung. 

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4.    Finanzexperten wollen doch nur mein Geld – wem kann ich vertrauen?

Es stimmt, Finanzberater möchten Ihr Geld. Im Gegenzug erbringen sie schließlich eine Dienstleistung. Aber nicht alle Finanzberater verlangen gleich viel für Ihre Arbeit – und nicht alle arbeiten gleich gut. Damit Sie nur das bezahlen, was Sie müssen, und das passende Altersvorsorge-Modell für sich finden, sollten Sie sich vor jedem Beratungsgespräch schlau machen. Denn: Je vorbereiteter Sie in ein solches Gespräch gehen, desto besser können Sie entscheiden. 

 ​​ Wie können Sie sich vorbereiten? 2 Tipps!
  1. Beantworten Sie sich folgende Fragen:
  • Wie viel Geld muss ich ansparen, um im Alter einen angemessenen Lebensstandard halten zu können?
  • Wie viel Geld kann ich aktuell zurücklegen?
  • Wie sieht es in den nächsten Jahren aus?
  • Wie flexibel sollen die Zahlungen sein?
  1. Schauen Sie sich um, was es derzeit für Anlageprodukte gibt und vergleichen Sie die Konditionen unterschiedlicher Banken und Versicherungen. Nur so können Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Art der Altersvorsorge zu Ihnen passen könnte.

Bei der Wahl Ihres Finanzberaters sollten Sie darauf Wert legen, dass er von der IHK zugelassen ist. Denn die Berufsbezeichnung „Finanzberater“ ist leider nicht gesetzlich geschützt, sodass es hier einige unseriöse Anbieter gibt.

Die Honorarsätze von Finanzberatern belaufen sich im Durchschnitt auf 140 Euro die Stunde. Die Beratung bei der Verbraucherzentrale ist zwar günstiger, allerdings bekommen Sie hier lediglich Informationen über unterschiedliche Modelle, können aber keine Verträge zur Altersvorsorge abschließen. staatliche Zuschüsse bei der Riester-Rente

5.    Die Riester-Rente – so simpel, so effektiv?

Das große Plus der Riester-Rente sind die Zulagen vom Staat: Jährlich 154 Euro Grundbetrag und 300 Euro Zulage für jedes ab 2008 geborene Kind. Um diese Zulagen zu bekommen, muss ein Arbeitnehmerjedes Jahr mindestens 4 Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Einkommens in den Rentenvertrag einzahlen. Bei einem Bruttogehalt von 30.000 Euro im Jahr müssten Sie also monatlich 100 Euro bzw. aufs Jahr 1.200 Euro sparen:

Beispielrechnung  

Jährliches Bruttoeinkommen:
4 % Riester-Rate:

30.000 €
1.200 €
Monatliche Einzahlung:     100 €

Zahlen Sie dagegen weniger ein, erhalten Sie die Zulagen nur anteilig. Die Förderhöchstgrenze liegt bei einem Einzahlvolumen von 2.100 Euro jährlich. D. h. auch wenn der 4-Prozent-Betrag Ihres Jahresbruttos bei 2.400 Euro liegt, müssen Sie nur 2.100 Euro einzahlen.

 ​​ Achtung

Brechen Sie den Vertrag vorzeitig ab oder verlegen Sie Ihren Wohnsitz in ein Land außerhalb der EU, müssen Sie die Förderung vollständig zurückzahlen. Die einzige Ausnahme bildet der Bau einer selbstgenutzten Immobilie: Hierfür können Sie das angesparte Geld aus dem Vertrag verwenden.

6.    Rürup-Rente: das Richtige für Selbstständige und Freiberufler?

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, soll Selbstständige und Freiberufler im Alter absichern – also all diejenigen, die vom Riester-Rentenplan ausgeschlossen sind, weil sie nicht abhängig beschäftigt sind. Ihre Besonderheit: Die Rürup-Rente wird ausschließlich von privaten Dienstleistern angeboten und sowohl die Laufzeit als auch der monatliche Spar-Beitrag lassen sich individuell festlegen – mit einer Einschränkung: Die Rente darf frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden und ist steuerpflichtig.

Wird ein Vertrag über eine Rürup-Rente abgeschlossen,  honoriert der Staat die Vorsorgemaßnahme durch eine niedrigere Einkommenssteuer: Ein Großteil der Beiträge (82 %) darf vom Einkommen abgezogen werden, sodass das zu versteuernde Einkommen sinkt. Ab 2025 sollen 100 Prozent der Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können. Der Höchstbetrag, der aktuell angerechnet wird, liegt bei 18.668 Euro, bei Verheirateten beträgt er das Doppelte. 

7.    Lebensversicherung – lohnt sich das noch?

Nein. Verbraucherschützer warnen vor dem Neuabschluss von Lebensversicherungen. Die Zinsen sind derzeit gering und die Höhe der Beteiligungen ist nicht stabil. 

Experten raten teilweise dazu laufende Policen, die nach 2004 geschlossen wurden zu kündigen. Policen, die jedoch noch steuerfrei ausgezahlt werden können und einen guten Garantiezins haben, sollten beibehalten werden.

klassische Lebensversicherung
So setzt sich eine klassische Lebensversicherung zusammen.

8.    Den Chef vorsorgen lassen? Betriebliche Altersvorsorge!

Unter dem Label „betriebliche Altersvorsorge (bAV)“ sind 5 verschiedene Anlageformen zusammengefasst. Welche Anlageform für Sie infrage kommt, hängt dabei allein von Ihrem Arbeitgeber ab. Dieser bestimmt auch den Versicherungspartner. Diese Regelung erschwert es oftmals, die die betriebliche Altersvorsorge fortzuführen, wenn das Arbeitsverhältnis wechselt oder endet. 

Was passiert mit meinem Geld, wenn ich aus dem Unternehmen vorzeitig ausscheide?

Eigene eingezahlte Beiträge verfallen zwar nicht. Der Anteil des Arbeitgebers (Anwartschaft) ist Ihnen jedoch erst sicher, wenn die Versorgungszusage mindestens 5 Jahre besteht und Sie mindestens 25 Jahre alt sind. Überlegen Sie also einen Jobwechsel, sollten Sie mindestens 5 Jahre bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt gewesen sein, um auch bei einer Kündigung weiter Ansprüche auf die betriebliche Rente zu haben.

Wer zahlt das Geld ein?

Abhängig von der Art der betrieblichen Altersvorsorge gibt es verschiedene Regelungen, wer das Geld einzahlt: In manchen Fällen sorgt der Arbeitgeber vollständig vor, in anderen beteiligt sich der Arbeitnehmer an den Sparzahlungen oder entrichtet die Sparbeiträge allein von seinem Bruttoentgelt (die sogenannte Entgeltumwandlung). 

 ​​ Achtung
In der Auszahlungsphase müssen Sie die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das gilt auch für betrieblich abgeschlossene Riester-Verträge. Bei privaten Riester-Verträgen sind Sie davon befreit. Gleiches gilt für die Versteuerung: Renten aus der bAV werden voll besteuert nach dem Prinzip der „nachgelagerten Besteuerung“. Da die Beiträge während der Einzahlphase von der Steuer und Sozialversicherungsbeiträge ausgenommen sind, wird die Steuer bei der Auszahlung fällig. Daraus resultiert: Ihre gesetzliche Rente verringert sich.

9.    Aktienfonds – no risk, no money?

Bei Aktien denkt man an schnelles Geld, aber auch an hohes Risiko. Beides stimmt. Bei Aktien können die Erträge sehr hoch sein, doch ebenso die Verluste. Daher empfiehlt sich dieses Anlagemodell nur für diejenigen, die höhere Verluste verkraften können und die einen langen Atem haben: Denn erst nach etwa 10 Jahren haben sich zumindest kurzfristige Verluste wieder ausgeglichen. Ein Vorteil ist die hohe Flexibilität von Fondssparplänen. Sie können die Raten nicht nur beliebig anpassen sondern auch unterbrechen. Nach Ablauf des Vertrages verfügen Sie frei über den Betrag. 

Zusammenfassung – heute nicht mehr an morgen denken!

Es gibt viele Möglichkeiten, schon jetzt für das Alter vorzusorgen. Mit der richtigen Beratung finden Sie ein Vorsorgemodell, das Sie ruhig schlafen und die Gegenwart genießen lässt, ohne dass Sie sich später finanziell einschränken müssen. Finden Sie den richtigen Finanzexperten mit uns. Damit Sie die bestmöglichen Angebote bekommen und nicht einseitig informiert werden, vermitteln wir Ihnen bis zu drei Berater in Ihrer Nähe – kostenlos und unverbindlich. Obwohl wir sicher sind, dass Sie sich mit mindestens einem dieser Partner wohl fühlen werden, sind Sie natürlich zu keiner Zeit verpflichtet, mit einem dieser Anbieter auch einen Vertrag abzuschließen.  

  Rürup-Rente Riester-Rente Betriebsrente Privatrente Fondsanlage
Berufsstarter   * * * *   * *
Arbeitnehmer/ ledig   * * * * * * *
Arbeitnehmer/ verheiratet * * * * * * * *
Freiberufler * *     * * *
Besserverdiener * * * * * * * *
Generation 55+ * *     * * * *
* = ergänzend; ** = empfehlenswert; kein Stern = nicht empfehlenswert oder nicht möglich
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