Die staatlich geförderte Versorgungslücke?

Die gesetzliche Rentenversicherung

Wer sich heute nur auf die gesetzliche Rente verlässt, dem droht Altersarmut, so das Mantra der Finanzexperten. Was an der Aussage dran ist und wie groß die Versorgungslücke wirklich ist, erfahren Sie hier. 

Wie hoch ist die gesetzliche Rente?

Jeder Angestellte ist verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Wie hoch die Rente für Sie ausfällt, hängt davon ab, wann Sie in Rente gehen und wie viele Entgeltpunkte Sie bis dahin gesammelt haben. Die volle Rente erhalten Sie, wenn Sie die Regelaltersgrenze von 67 Jahren erreicht oder 45 Beitragsjahre geleistet haben. Jeder frühere Rentenbeginn mindert Ihre Rente. Arbeiten Sie länger als die Regelaltersgrenze vorsieht, bekommen Sie auch mehr Rente. 

 ​ Die Standardrente – Rentenrechner
Die Standardrente, oder auch „Eckrente“, beträgt im Jahr 2016 1.314,45 Euro für die alten Bundesländer. Sie berechnet sich folgendermaßen:

Rente = Entgeltpunkte* x Zugangsfaktor** x Rentenartfaktor** x aktueller Rentenwert***

* Einen Punkt erhalten Sie pro Beitragsjahr mit einem bestimmten Durchschnittsverdienst (2015: 34.999 €).
** Die Faktoren wurden für die Altersrente so festgelegt.
*** Der Rentenwert ändert sich jeweils zum 01.07. und ist für Ost und West unterschiedlich.
Bis 30.6.2016 gelten folgende Werte für die Berechnung: 29,21 € (West) / 27,05 € (Ost)

Was ist das aktuelle Renteneintrittsalter?

2012 wurde das Eintrittsalter für ab 1964 Geborene auf 67 erhöht. Die Rente mit 63 Jahren können nur langjährig Versicherte abschlagsfrei in Anspruch nehmen, d. h. Bürger, die 45 Jahre in die Rente eingezahlt haben. Welche Zeiten und Beiträge auf die 45 Jahre angerechnet werden, erfahren Sie zum Beispiel in den Broschüren der Deutschen Rentenversicherung Bund. 

Bei einem späteren Rentenbeginn profitieren Sie doppelt: Sie steigern durch die monatlichen Beiträge Ihre Rente und erhalten weitere Zuschläge. Doch nicht jeder ist gewillt oder in der Lage, über 67 hinaus zu arbeiten. Zuschläge erhalten Sie auch, wenn Sie das Rentenalter erreicht haben, nicht mehr einzahlen, aber Ihre Rente noch nicht anrühren oder sich nur eine Teilrente auszahlen lassen.

 ​ Ausnahmen
Modifikationen für die abschlagsfreie Rente gibt es für Frauen (Jahrgänge bis 1951), Schwerbehinderte, Altersteilzeit oder Arbeitslosigkeit. Zählen Sie zu einer der Gruppen, wenden Sie sich für mehr Informationen an die Rentenversicherung.

Die Mütterrente – mehr Punkte für Kindererziehung

Teil des 2014 geschnürten Rentenpakets ist auch die Mütterrente. Kurz gesagt: Für vor 1992 geborene Kinder werden statt einem nun zwei Kindererziehungszeiten (sprich zwei Entgeltpunkte) auf die Rente angerechnet. Hiermit erkennt der Bund die Kindererziehung für die Rente an. Auch Väter können das zusätzliche Jahr geltend machen, wenn es die Frau nicht auf Ihrem Rentenkonto geltend macht.

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Die neue Erwerbsminderungsrente – mehr Brutto

Die Erwerbsminderungsrente wurde ebenfalls mit dem Rentenpaket von 2014 verbessert. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mindestens sechs Stunden am Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf eine höhere Rente wegen „verminderter Erwerbsfähigkeit“. Die Rente fällt somit im Durchschnitt 40 Euro (brutto) höher aus.

Die Voraussetzungen:

  • mind. 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt
  • mind. 5 Jahre vor der Erwerbsminderung mind. 3 Jahre Pflichtbeiträge für eine Tätigkeit gezahlt

Das hat sich verbessert:

Die Berechnungszeit für die Rente erhöht sich um 2 Jahre von 60 auf 62. Das bedeutet, Erwerbsgeminderte werden so gestellt, als ob sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen bis zum 62. statt wie bisher zum 60. Geburtstag weitergearbeitet hätten.

Muss ich meine Rente versteuern?

Wenn Ihre Rente im Jahr über 8.652 Euro liegt, müssen Sie diese bis auf einen bestimmten Freibetrag versteuern. Der Rentenfreibetrag liegt derzeit bei 28 Prozent und verringert sich bis 2040 auf 0 – dann müssen Sie Ihre Rente zu 100 Prozent versteuern. Die Entwicklung im Überblick:

Jahr des Rentenbeginns Prozentsatz für Rentenfreibetrag
2016 28
2017 26
2018 24
2019 22
2020 20
2021 19
2022 18
2023 17
2024 16
2025 15
2026 14
2027 13
2028 12
Jahr des Rentenbeginns Prozentsatz für Rentenfreibetrag
2029 11
2030 10
2031 9
2032 8
2033 7
2034 6
2035 5
2036 4
2037 3
2038 2
2039 1
2040 0
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Welche Steuersätze gelten für Rentner?

Die Rente unterliegt der Einkommenssteuer. 

Bis zu 8.652 € Jahreseinkommen

- keine ESt für Alleinstehende 
- keine ESt für Ehepaare bei einem Jahreseinkommen von bis zu 17.304 €

8.653 – 13.469 € Jahreseinkommen

- 1 – 7,2 % ESt für Alleinstehende (für Ehepaare gilt das doppelte Jahreseinkommen als Grenze)

13.470 – 52.881 € Jahreseinkommen

- 7,2 – 26,5 % ESt für Alleinstehende  (für Ehepaare gilt der doppelte Betrag als Grenze)

52.882 – 250.730 € Jahreseinkommen

- 26,5 – 38,7 % ESt für Alleinstehende  (für Ehepaare gilt der doppelte Betrag als Grenze)

Ab 250.731 € Jahreseinkommen

- Spitzensteuersatz von 45 % ESt für Alleinstehende  (für Ehepaare gilt der doppelte Betrag als Grenze)

  Den Solidaritätszuschlag mit bis zu 5,5 Prozent und Kirchensteuer zahlen Sie weiterhin. 

Mit der Rente kann ich meinen Lebensstandard nicht halten!?

Haben Sie früher um die 2.000 Euro oder mehr netto zur Verfügung gehabt, sind rund 1.300 Euro zu wenig, um sich nicht einschränken zu müssen. Zudem sind die landläufigen Prognosen für die Rente in der Zukunft düster. Vielleicht kommt irgendwann die Rente mit 70? Denn Fakt ist: Immer weniger Menschen zahlen für immer mehr Rentner in die Kassen ein. Ob die Renten sicher sind, weiß niemand. 

Gibt es Ergänzungen zur gesetzlichen Rentenversicherung?

Aufstocken können Sie Ihre Rente mit Modellen der privaten Altersvorsorge oder mithilfe der betrieblichen Altersvorsorge. Weitere Formen sind:

Informationen zur privaten Altersvorsorge

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