Vorsorgen, ohne es zu merken

Die betriebliche Altersvorsorge

Unternehmen sind verpflichtet, ihren Mitarbeitern ein Angebot für die betriebliche Altersvorsorge machen zu können. Welche Modelle gibt es, wie sind die Konditionen und was bringt die betriebliche Altersvorsorge?

Was ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

Seit 2002 ist der Arbeitgeber per Gesetz zur sogenannten Entgeltumwandlung verpflichtet. Das heißt, er muss auf Ihren Wunsch einen bestimmten Betrag von Ihrem Bruttolohn für die Altersvorsorge abführen – auch Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können darauf verwendet werden. Die Arbeitnehmerbeiträge sind frei von Steuern und Sozialabgaben. 

 ​​ Entgeltumwandlung
Der Betrag für die Entgeltumwandlung darf pro Jahr max. 4 % des Bruttojahresgehaltes betragen, bis zu einem Höchstbetrag von aktuell 2.904 Euro. Der Höchstbetrag orientiert sich an der Beitragsbemessungsgrenze und ist daher variabel.

Also: Summe festlegen und fertig?

So einfach ist das leider nicht. Denn es gibt verschiedene Arten der betrieblichen Altersvorsorge: So gibt es neben der vollständig vom Arbeitnehmer finanzierten Entgeltumwandlung auch Modelle, bei denen die Beiträge komplett vom Arbeitgeber übernommen werden oder auch Mischformen. Hier teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge. Welche Art der betrieblichen Altersvorsorge Sie in Anspruch nehmen können, hängt maßgeblich von Ihrem Arbeitgeber ab: Er wählt nicht nur den sogenannten „Durchführungsweg“, sondern auch den Versicherungsanbieter. Es gibt 5 Durchführungswege.

Die Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge

Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Überblick über die 5 Durchführungswege: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage/Pensionszusage und Unterstützungskasse.

Die betriebliche Altersvorsorge auf einen Blick
Die Durchführungswege unterscheiden sich in der Besteuerung, den Höchstgrenzen, den Beiträgen zur Sozialversicherung und der Auszahlung im Alter. Entnehmen Sie die Konditionen aus der folgenden Tabelle:

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Durchführungs-wege Steuerl. Behandlung Arbeitgeber-finanziert Entgelt-Umwandlung Steuerl. Behandl. in Auszahlungsphase Besonderheiten
Pensionszusage steuerfrei beitragsfrei bis zu 4 % der BBG* steuerfrei als Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit lt. EStG zu versteuern meist nur arbeitgeberfinanziert; keine Kombi mit Riester möglich
Unterstützungs-kasse steuerfrei beitragsfrei bis zu 4 % der BBG* steuerfrei als Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit lt. EStG zu versteuern meist nur arbeitgeberfinanziert; keine Kombi mit Riester möglich
Direkt-versicherung bis zu 4 % der BBG* steuerfrei + 1.800 €** beitragsfrei bis zu 4 % der BBG* steuerfrei Rentenleistungen voll steuerpflichtig Kombi mit Riester möglich***
Pensionskasse bis zu 4 % der BBG* steuerfrei + 1.800 €** beitragsfrei bis zu 4 % der BBG* steuerfrei Rentenleistungen voll steuerpflichtig Kombi mit Riester möglich***
Pensionsfonds bis zu 4 % der BBG* steuerfrei + 1.800 €** beitragsfrei bis zu 4 % der BBG* steuerfrei Rentenleistungen voll steuerpflichtig Kombi mit Riester möglich***
* BBG = Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung; 2016: 74.400 €** zzgl. 1.800 €, unter der Voraussetzung, dass Pauschalbesteuerung nach § 40 EStG nicht genutzt wird*** Beiträge für Riester dürfen nur aus dem Nettoeinkommen beigesteuert werden.

Für wen lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Berechtigt, die betriebliche Altersvorsorge zu nutzen, sind 

  • unbefristet angestellte Mitarbeiter,
  • geringfügig Beschäftigte,
  • Teilzeitkräfte,
  • Auszubildende,
  • Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag sowie
  • Geschäftsführer.

Die betriebliche Altersvorsorge steht in der Kritik, sich hauptsächlich für Besserverdiener zu eignen. Durchschnittsverdiener haben nur dann einen Vorteil von dieser Art der Altersvorsorge, wenn der Chef sich finanziell beteiligt. Experten raten daher zu einer privaten Vorsorgeform.  

Was sind die Vor- und Nachteile der betriebliche Altersvorsorge?

Wie sich in Ihrem Fall die Vor- und Nachteile auswirken, sollten Sie aufmerksam prüfen und durchrechnen. Denn was auf jeden Fall auf Sie zukommen wird, wenn Sie die steuerbefreite Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen und sich so Ihre Beiträge zur Sozialversicherung verringern, ist die sogenannte nachgelagerte Besteuerung Ihrer Rente, d. h. Sie Ihre Rente wird in der Auszahlungsphase besteuert. Außerdem müssen Sie die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. 

Vorteile

  • Steuererleichterungen
  • Einsparungen bei den Sozialabgaben
  • Vermögensaufbau 

Nachteile

  • durch geringe Sozialabgaben sinkt Ihre gesetzliche Rente sinkt
  • Rente wird voll besteuert
  • Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung müssen aus der Rente gezahlt werden
  • Höhe des Arbeitslosengeldes sinkt
  • Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung verringert sich
  • Fortführung bei Arbeitgeberwechsel schwierig

Was passiert bei Kündigung oder bei Insolvenz des Unternehmens?

Die eingezahlten Beträge sind im Falle einer Insolvenz sicher. Bei einer Kündigung, ob arbeitgeber- oder -nehmerseitig, wird die Fortzahlung kompliziert. Bei Pensionskassen, Direktversicherungen und Pensionsfonds haben Sie einen Rechtsanspruch darauf, dass Anwartschaften (Arbeitgeberbeitrag zur bAV) auf den nächsten Arbeitgeber übertragen werden. Anwartschaften aus Direktzusagen oder Unterstützungskassen können nur übertragen werden, wenn sich beide Parteien einig sind. Bei der Übertragung können Steuern (ab einem Betrag von 72.600 €, Stand: 2015) und andere Kosten entstehen. Anwartschaften können Ihnen auch als einmalige Abfindung ausgezahlt werden. 

Abgesehen von den Anwartschaften haben Sie keinen Anspruch darauf, dass Ihr neuer Arbeitgeber Ihren alten Vertrag übernimmt. Sie können in einigen Fällen (Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktversicherung) die Verträge privat weiterführen. Die Konditionen sollten Sie gründlich prüfen. 

Ist die betriebliche Altersvorsorge meine einzige Option?

Nein. Daneben haben Sie eine Reihe weiterer privater Vorsorgemöglichkeiten. In einem unverbindlichen Beratungsgespräch können Sie diese Möglichkeiten ausloten. Fordern Sie jetzt bis zu drei kostenlose Angebote für Ihre Altersvorsorge an, um gut abgesichert in die Zukunft blicken zu können.

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