Montag, 15. Juni 2009
Lead Marketing wird als Werbemaßnahme im Internet immer populärer. Wir wollen in unserer neuen Serie „Portaler Wissen“ jeweils einen Bereich unserer täglichen Arbeit vorstellen und Ihnen die Möglichkeiten des Online-Marketings aufzeigen.
Lead Marketing, im amerikanischen Sprachgebrauch auch oft Lead Generation genannt, ist die Kontaktherstellung zwischen einem Anbieter und einem potentiellen Kunden. Das Wort „Lead“ lässt sich in diesem Zusammenhang als „Führung, Zuleitung, Hinweis“, oder freier formuliert als Kundenkontakt übersetzen.
Lead Marketing: schon immer ein Bestandteil des Alltags
Das Wort “Lead ” mag für den ein oder anderen neu sein, die Idee dahinter ist es mit Sicherheit nicht. Lead Marketing ist medial unabhängig und kann im Internet, von Person zu Person oder per Telefon eingesetzt werden. Wenn Sie zum Beispiel, aufgrund der Empfehlung eines Freundes, einen ganz bestimmten Händler aufsuchen, dann könnte man den entstandenen Kontakt als „Lead“ bezeichnen.
Lead Marketing für kleine Unternehmen: Flexibilität ist der Vorteil
In der Offline-Welt also ein bekanntes Prinzip, ist das Lead Marketing seit einigen Jahren auch im Internet beliebt. In den USA sind Online-Lead-Kampagnen eine oft eingesetzte Marketingmaßnahme, und auch in Deutschland kommen sie immer öfter zum Einsatz. Gerade kleine Firmen können ihre Reichweite im Internet steigern, da Lead Marketing genutzt werden kann, um Kontakt zu Kunden aus anderen Regionen zu erhalten. Außerdem müssen kleine Firmen nun keine großen Werbebudgets in die Hand nehmen (für reichweitenstärkende Maßnahmen wie Anzeigen in Zeitungen o.ä.), sondern zahlen stets nur für den Kontakt zu einem potentiellen Kunden, der sofort für Umsatz sorgen könnte. Online Lead Marketing erlaubt also die Teilnahme am Zukunftsmarkt Internet ohne hohe Anfangsinvestitionen.
Die Statistik des E-Commerce-Leitfadens belegt, dass in Zukunft eine Steigerung der Online-Einkäufe zu erwarten ist. Vor einigen Tagen sagte beispielsweise Stephan Schambach, der Gründer von Intershop, in einem Interview mit dem E-Commerce Magazin:
„E-Commerce ist den Kinderschuhen entwachsen. Mehr noch, es ist DER Hoffnungsschimmer für den Handel, der mit zunehmend unprofitablen Ladengeschäften und dünneren Margen kämpfen muss.“
Zwar ist E-Commerce nicht gleich zu setzen mit Lead Marketing, doch dieses Statement soll auf das hohe Potential des Internets zur Absatzförderung hinweisen. Diese “Online-Käufer” sollte man in der Werbeplanung berücksichtigen, natürlich selbst auch dann, wenn man schon eine regionale “Offline-Reputation” aufgebaut hat. Einerseits kann man selber nun Online-Marketing betreiben (zum Beispiel durch Werbebanner oder Suchmaschinenmarketing). Dies setzt jedoch gewisses Fachwissen und Anfangsinvestitionen voraus. Da dies beim Lead Marketing nicht der Fall sein muß, stellt diese Form des Marketings eine gute Möglichkeit dar, um sich mit der Neukundengewinnung über das Internet vertraut zu machen.
Der Prozessablauf und die Beteiligten des Lead Marketings
Ob im Internet oder in der Offline-Welt: Lead Marketing funktioniert grundsätzlich mit drei Teilnehmern.
- Der Kaufinteressent. Er benötigt ein Produkt oder eine Dienstleistung. Er möchte nicht nur beraten werden, sondern im Anschluss daran tatsächlich kaufen. Deshalb sucht er in den Gelben Seiten, auf Messen oder im Internet nach passenden Anbietern bzw. Angeboten.
- Der Anbieter. Er verkauft das Produkt / die Dienstleistung, die der Kaufinteressent sucht. Er will den potentiellen Kunden finden.
- Der Vermittler. Eine Plattform im Internet (wie zum Beispiel Käuferportal), ein Bekannter, ein Affiliate oder der Anbieter selbst, der Kundenkontakte auf Messen, per Newsletter o.ä. aufbaut.
Dabei löst das Prinzip des Lead Marketings das Problem, dass sich Nachfrager und Anbieter zwar prinzipiell suchen, jedoch zeitlich / räumliche Unterschiede oder die fehlende Aufmerksamkeit zwischen ihnen stehen.
Diese Problematik kann man auch mit dem Begriff „Rendezvous-Dilemma“ sehr gut zusammen fassen. Zwei Parteien möchten sich zwar treffen, werden dies aber nie, weil der Raum, in dem sie sich bewegen, zu groß ist. Der Vermittler hat nun die Aufgabe, diese beiden zusammen zu führen.
Um wieder auf die anfängliche Übersetzung des Wortes „Lead“ zu kommen: Der Vermittler führt/leitet den Produktanbieter zu seinem potentiellen Kunden und wird üblicherweise für diese Leistung entlohnt. Der Kontakt, der vom Vermittler an den Anbieter weiterverkauft wird, wird als „Lead“ bezeichnet.
Vor- und Nachteile des Lead Marketings
Ein Vorteil des Lead Marketings ist die Messbarkeit. Wie effektiv eine Kampagne ist, kann direkt anhand der weitergeleiteten Kontakte und der Geschäftsabschlüsse nachvollzogen werden.
Lead Marketing ist ein Teil des Performance-Marketings, auf das wir in den nächsten Artikeln noch öfter zu sprechen kommen werden. Für den Anfang reicht es zu wissen, dass Performance-Marketing ein Überbegriff für alle messbaren Marketingmaßnahmen ist. In das Online-Performance-Marketing fallen u.a. das Suchmaschinenmarketing, E-Mail Marketing, Affiliate Marketing sowie Kooperationen mit anderen Webseiten.
Ein Nachteil: Während Fernseh- und Bannerwerbung die Markensichtbarkeit stärken, geschieht dies beim Lead Marketing nicht, weil dabei ohne Umwege ein direkter Kontakt zum Kunden hergestellt wird.
Qualität vs. Quantität
Zwischen Leadkäufern und Vermittlern kann es verschiedene Abmachungen zur Weitergabe der Kundenkontakte geben.
- Qualifizierter Lead: Bevor der Vermittler den Lead verkauft, überprüft er das tatsächliche Kaufinteresse, mindestens aber die Adresse des potentiellen Kunden.
- Unqualifizierter Lead: Der Vermittler gibt alle Kontakte weiter, die er herstellen konnte.
Der Unterschied zwischen diesen Methoden liegt im Leadpreis und im anschließenden Arbeitsaufwand für den Leadabnehmer: Qualifizierte Leads sind natürlich teurer. Im Gegenzug fällt das eigene „Aussieben“ der wirklich nützlichen Kunden weg. Der Vorteil der unqualifizierten Leads besteht darin, dass mehr Kontakte für einen günstigeren Preis die Chance auf mehr Interessenten erhöhen -vorausgesetzt man ist in der Lage das eigene Vertriebspotential auszuschöpfen.
Lead Marketing im Media-Mix
Lead Marketing ist selten die einzige Maßnahme, die ein Unternehmen verfolgt, um Kunden zu werben, sondern meist ein Teil des Media-Mix. Durch das bereits erwähnte Performance-Marketing kann jede Firma ganz individuell die für sich funktionierenden Maßnahmen austesten, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Die Transparenz der neuen Medien (Klicks können gezählt werden, Besucherstatistiken werden erhoben) sorgt dafür, dass man sich schnell von nicht wirksamen Werbemaßnahmen trennen kann. Ein Gegenbeispiel zum Performance-Marketing ist die Fernsehwerbung. Diese ist zwar mit einer viel höheren Reichweite versehen, es ist jedoch nicht messbar, wie oft der Spot gesehen wurde und vor allem wie viele Kunden aufgrund dieses Spots einen Kauf tätigen werden.