Zwei Wochen, nachdem das Käuferportal sich auf das “Spiel mit dem Social Media Feuer” eingelassen hat, ist es hier wieder etwas ruhiger geworden. Das neue Jahr zieht uns mit einer erstaunlichen Gewalt durch die Tage, Wochen und Monate. Nachdem das letzte Echo auch verhallt ist, wird es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Und weil Sätze out sind und Informationsflut in ist: heute mal in Form von kurzen Gedankengängen.
Der Buzz, der entstanden ist – die Reaktionen, seien sie nun positiv oder negativ gewesen – haben uns regelrecht überwältigt. Natürlich haben wir, nicht zuletzt aufgrund von Roberts Bekanntheitsgrad, mit einer gewissen Response gerechnet. Aber so viel Ansturm hatten wir definitiv nicht erwartet, und waren positiv vom Momentum des ersten Tweets überrascht. Die einzigen, die sich zurücklehnen konnten, waren unsere Jungs aus der IT. Die Seite lief trotz des massiven Ansturms einfach mal ungestört weiter. Sehr cool.

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Die Reaktionen erfolgten in drei Wellen: zuerst natürlich über Twitter und Kommentare auf unsere beiden Blogpostings und später auch über Blogs, Online- und Printmedien. Nach dem ersten Tweet schienen die meisten belustigt und überrascht – denn hey, wer kauft schon einen Twitteraccount, viel Spaß damit – nach dem zweiten Tweet schlug die Stimmung dann eine negative Richtung ein, “hey, wir wurden verarscht!”.
Dass so eine “PR-Aktion” gewagt ist – sicher. Wir waren aber doch ein bisschen verwirrt darüber, wie viele Follower sich tatsächlich ausgenutzt vorkamen. Erst beschwerte man sich über den Sell-Out eines Twitter-Users (nämlich Basic) und darüber, dass man Basic ja wegen Basic folgte (also wegen der Person), und nicht wegen des Status (also der vielen Follower) seines Accounts. Damit hatten wir gerechnet und wie bei einem NASA-Countdown gezählt, wie viele sich empört abwenden würden (weniger, als gedacht). Als wir den Account dann “zurückschenkten”, war man aber genauso enttäuscht, weil wir angeblich ein falsches Anliegen vermittelt hatten.
Leider ist dabei untergegangen, dass wir auf unsere Partnerschaft mit Buzzriders aufmerksam machen und uns selbst auf die Schippe nehmen wollten: Wir, das Käuferportal, wissen gar nicht, was man mit einem Twitteraccount anfangen sollten, wir kommen aus einer anderen Welt. Wir schenken ihn zurück.
Immerhin wurde ich endlich mal in Medien mit großer Reichweite zitiert. Kann man also wenigstens behaupten, ich hätte einen persönlichen Gewinn davongetragen. Lebensziel #3308 erreicht.
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Ich war sehr enttäuscht, dass wir den Twitteraccount nicht behalten durften. Die unzähligen, verpassten Gelegenheiten an Schabernack (SCHABERNACK, wie lange möchte ich dieses Wort schon benutzen und komme nicht dazu) verfolgen mich jede Nacht. Hach.
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Ich frage mich, wie viele Menschen von rausgeworfenem Geld geredet hätten, wenn wir die Zusammenarbeit zwischen Buzzriders und Käuferportal ohne den Twitterkauf verkündet hätten? Nun, es wäre eine ökonomische Transaktion gewesen, ohne viel Schnickschnack. Es kam viel Kritik dazu, wie diese Zusammenarbeit eigentlich aussieht oder woraus sie besteht. Wäre die auch gekommen, wenn wir keine “PR” dafür gemacht hätten? Wie hätte man das sonst gestalten können? Fragen über Fragen.
Amüsant hingegen: “Man hätte das ja auch anders machen können!”, teilweise ernstgemeint auch: “Wieso habt ihr nicht einfach für Haiti gespendet?“. Haben wir . Wollten wir aber keine PR mit machen. Wäre ja auch irgendwie komisch, das Leid anderer Menschen dafür ausnutzen. Zugegeben, auch viele Follower und Retweeter fühlten sich in ihrem Leid als User ausgenutzt. Wir stehen damit sowieso auf der dunklen Seite der Macht. Ups.
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“So funktioniert Social Media nicht” – eine gewagte These. Ich bin ja der Ansicht, dass genau SO Social Media funktioniert und nicht anders. In den Kommentaren wurde dazu viel gesagt, was dafür und was dagegen spricht. Interessant, und ich lade gerne zur Diskussion ein.
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Aus der Kategorie “Schade, dass ich das nicht direkt getwittert habe”:
Wegen des enormen, fünfstelligen Kaufpreises des Twitter-Accounts, werden Mitarbeiter mit den folgenden Initialien entlassen: PJ, SC, RH, RB, MK, NK. Der Rest auch. Das Unternehmen besteht nur noch aus einem Twitter-Account.
Sicher, an der negativen Stimmung haben wir nur uns selbst an die Nase zu greifen, schließlich haben wir keinen Social Media Berater engagiert der das alles koordiniert. Denn beim ganzen Twitter-Trubel ist leider untergegangen, was wir eigentlich hatten vermitteln wollen: Eine Tongue-In-Cheek Aktion über B2B-Firmen im Social Media (gehört da jeder hin? Vielleicht ja, vielleicht nein, leider ist diese Diskussion nie entstanden), über die Nutzung von Twitteraccounts und ihren allgemeinen Wert, über eine Zusammenarbeit, die wieder verstärkt auf lokale Geschäftsbeziehungen und Angebote hinweisen möchte und über ein bisschen Humor im Internet.
Letzteres haben wir anscheinend mächtig in den Sand gesetzt, aber das ist nicht schlimm, ich persönlich lache jedenfalls auch gerne über meine eigenen Witze.
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Es war nicht unser Anliegen, die Twitter Community und die treuen Follower von Robert zu täuschen. Wir haben versucht, so gut es geht auf Fragen über Formspring zu antworten (und laden auch weiterhin dazu ein, Fragen zu stellen) und uns in die Diskussion einzuklinken (wir konnten leider nicht auf jedes Kommentar einzeln antworten). Wir gehen selbstkritisch mit der Aktion um und sehen die Kritik, die wir dafür einstecken mussten.
Andererseits hat uns dieser Versuch viel Spaß gemacht, mit vielen neuen Perspektiven in Verbindung gebracht und war gleichzeitig unser erster Schritt in eine involviertere Zukunft. Ein bisschen Learning by Doing hat noch nie geschadet. Auch, wenn der Buzz nicht langlebig (dafür aber sehr intensiv) war: für uns hat es sich in jeglicher Hinsicht gelohnt, und hoffen, dass auch andere Start Ups sich nicht zurückhalten werden, wenn es um solche Erfahrungen geht.



