Darf ich vorstellen: Hannes.

Hannes guckt normalerweise auch freundlicher, ich bin nur schlecht im Fotos machen...
Hannes hat einen österreichischen Akzent und ist neuer CTO bei Käuferportal, und mit Hannes kommen auch einige kleine Strukturveränderungen.
Seit der Gründung von Käuferportal hat unser IT-Team, bestehend aus Marc (Front End), Mike (Back End) und Carsten (Produktentwicklung) einen großartigen Job gemacht. Aber mit dem Erfolg steigt auch der Druck, alles schneller, organisierter und, man kann es nicht oft genug betonen, schneller zu erledigen. Das alles bei steigender Qualität zu wahren ist nicht einfach, aber durchaus machbar. Bisher konnten wir das Chaos erfolgreich bändigen, und damit das bei steigenden Anforderungen auch weiterhin so bleibt, hat Hannes nun eine feste Methode eingeführt, die ab sofort angewendet wird: SCRUM.
Was ist Scrum?
Scrum ist eine Management Methode und soll bei der Entwicklung komplexer Projekte helfen, den Überblick zu behalten. Scrum wird zwar nicht ausschließlich, aber überwiegend in der Softwareentwicklung angewandt. Scrum ist dabei auch für einen Nicht-IT-Mensch einfach zu erklären, dafür sollten aber auch die Problemstellung und die Annahmen klar sein, die Hannes hier gesammelt hat:
- Die meisten IT-Probleme sind zu komplex, um bereits bei bzw. kurz nach Projektbeginn einen funktionierenden Projektplan aufstellen zu können.
- Die Projekt-Komplexität wird nicht durch mehr Projekt-Management verringert, sondern durch die Aufteilung des Projektes in Sub-Projekte (Sprints)
- Ein Projekt-Team arbeitet am besten, wenn es keine störenden Einflüsse von Außen (neue Anforderungen, geänderte Anforderungen) ausgesetzt ist
- Ein Projekt-Team kann sich selbst organisieren und wird dies auch tun, um seine Ziele in einem Sprint zu erreichen
Das Scrum Modell definiert drei Rollen: Der Product Owner (sozusagen der Kunde des Projektes), beschreibt, was benötigt wird. Der ScrumMaster, der den ganzen Prozess und die Arbeit als eine Art “Hirtenhund” begleitet und bei Problemen aller Art hilft und unterstützt. Hierbei nimmt der ScrumMaster allerdings keine klassische Management-Funktion gegenüber dem Team ein, was sich vorallem darin spiegelt, dass der ScrumMaster gegenüber dem Team keine “Weisungsbefugnis” haben muss.
Schließlich gibt es dann auch noch den wichtigsten Teil, das Team, welches das Produkt entwickelt. Das Team ist für den positiven Abschluß der einzelnen Sprints und des Projektes eigenständig verantwortlich. Der ScrumMaster begleitet das Team und greift, falls nötig, lenkend ein. Darüber hinaus ist es seine Aufgabe Scrum in die Organistation zu integrieren und Mitarbeitern und leitenden Angestellten zu vermitteln. Zusätzlich gibt es noch Stakeholder, die als Beobachter und externer Input dienen können.
Der Scrum Flow
Der ganze Arbeitsprozess, der “Scrum Flow“, läuft dabei in verschiedenen Phasen bzw. auf unterschiedlichen Ebenen ab:
- Vorbereitung
- Scrum Planning Meeting
- Daily Scrum Meeting
- Scrum External Review Meeting
- Scrum Retrospective Meeting

- Vorbereitung:
Das Projekt startet mit der Vision des Produktes, welches entwickelt werden soll. Welche Anforderungen müssen erfüllt werden, sowohl funktional als auch nicht-funktional? Der Product Owner erstellt einen Plan für den Ablauf des Projektes, inklusive des Product Backlogs. Dieser Backlog ist eine Liste der “Arbeitsblöcke”, die erarbeitet werden müssen. Zusammen mit dem ScrumMaster wird hier die Priorisierung festgelegt: was muss zuerst fertig sein und funktionieren?
- Scrum Planning Meeting
Vor jedem Sprint, also vor jedem Arbeitsblock, den das Team erledigen soll, wird dieses Meeting abgehalten. Der Product Owner und das Team definieren hier ganz genau, was im kommenden Sprint alles gemacht werden soll bzw. kann. Der Product Owner stellt die gewünschten Anforderungen vor, und das Team befragt ihn dazu. Schließlich entscheidet das Team, wie viele Aufgaben aus dem Product Backlog in diesem Sprint bewältigt werden können. Das Team kann nun den Sprint planen und den dazugehörigen Sprint Backlog erstellen.
- Daily Scrum Meeting
Das Daily Scrum Meeting ist ein fünfzehnminütiges Meeting zwischen den Teammitgliedern. Die Mitglieder tauschen sich darüber aus, was seit dem letzten Scrum Meeting an dem Projekt geändert wurde, was bis zum nächsten erledigt wird und ob es Probleme bei den Aufgaben gibt. Der ScrumMaster nimmt ebenfalls teil, hat aber nur eine moderierende bzw. beratende Funktion. Das Daily Scrum Meeting dient vorallem dazu, daß sich die Teammitglieder untereinander austauschen um sich gegenseitig bei Problemen helfen zu können. In keinster Weise soll es als eine Berichterstattung gegenüber dem ScrumMaster bzw. dem Product Owner gesehen werden.
- Scrum External Review Meeting
Das Team präsentiert seine Ergebnisse aus dem Sprint dem Product Owner und allen Stakeholdern, die teilnehmen wollen. Dieses Meeting dient der Demonstration von Fortschritten und der Integration der Beteiligten und eventueller Interessenten. Zusätzlich können Stakeholder und externe Parteien Vorschläge machen, welche Aufgaben im nächsten Sprint zu bewältigen sein müssen. Die endgültige Entscheidung obliegt allerdings wieder dem Product Owner und dem Team.
- Scrum Retrospective Meeting
Team und ScrumMaster analysieren den vergangenen Sprint. Der ScrumMaster hat hier die Aufgabe, den Entwicklungsprozess mit dem Team zu optimieren, um ihn so für alle Beteiligten besser zu gestalten.
Kurzgefasst
ScrumMaster und Product Owner legen alle Anforderungen für ein Projekt zusammen und priorisieren sie. Diese Liste, der Product Backlog, wird ständig ergänzt und flexibel angepasst. Sobald allerdings eine Aufgabe aus diesem Product Backlog an das Team gegeben wird, wird der Arbeitsfluss nicht mehr unterbrochen. Dabei wird das Projekt komplett umgesetzt und getestet, ohne von Zusatzanforderungen gestört zu werden.
Der größte Vorteil von Scrum liegt darin, dass durch den iterativen und komplett offenen Projektmanagent-Ansatz Problem sofort erkannt und Lösungen hierfür erarbeitet werden können. Diese Transparenz und das Vertrauen auf die Selbstorganisation des Teams ist der Unterschied der ein erfolgreiches Projekt von einem nicht erfolgreichem unterscheidet.
Mehr Informationen zu Scrum und möglichen Alternativen gibt es bei Wikipedia.
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