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Besser dreimal abgebrannt als einmal umgezogen (Fortsetzung I)

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

Wie ich im ersten Post erwähnte, werde ich den Leser nun ins Büro der IT entführen, um mich mit dem Umzug der Technik kurz auseinander auseinanderzusetzen, wenn man mit dem Unternehmen umzieht.

Aus Sicht der IT. Mit offenen Augen und trüben Blickes starrt Hannes auf den Mac. Die zweite Tasse Kaffee steht neben dem Mauspad. Eine gewisse Form der Gereiztheit kann er nicht unterdrücken, wenn Mitarbeiter mit Anliegen an ihn herantreten – er ist schließlich der Hauptansprechpartner der IT. Und da geht’s grad drunter und drüber.

“Die Installation der Bodentanks ist bald abgeschlossen, dann ist der Bodenplan mit ein paar Änderungen wieder up to date”, meint er, “und wir können den Einrichtungsplan in Angriff nehmen. Es ist wie beim Hausbau: Erst muss das Fundament, also der Bodenplan, stehen und dann kann das ganze Gebäude, also der Raumplan und  der Einrichtungsplan, oben drauf.”

Neues-Büro-von-Käuferportral

Das Schwierige ist, dass die Raumeinteilung wiederum Einfluss auf den Bodenplan hat. Baut man konsequent nach dem Bodenplan und denkt dann erst an die Raumplanung, entsteht durch nachträglich eingezogene Rigipswände ein abgetrennter Raum ohne eigene Bodentanks und die Folge wären kreuz und quer verlegte Kabel durchs ganze Büro.

Was extrem wichtig ist, ist die Gewährleistung der Durchsatzraten. “Wir haben bei Vertragsabschluss nicht beachtet, aus welchem Jahrhundert die CAT-Leitungen sind”, führt Hannes aus und erklärt: “CAT5 ist zwar ausreichend, aber für eine Standleitung wären höhere Durchsätze geeigneter. Jetzt müssen wir zusehen, ob wir die Spannung problemlos erhöhen können oder ob wir wie ein Brummi auf der Autobahn rechtsspurig fahren.” Was mir schnell genug erscheint, reicht der IT nicht aus; die würden sicher lieber den Schumi auf der Autobahn mimen, nur werden wir uns den Rennwagen (CAT7) nicht leisten können. Ist aber auch unnötig, schließlich wir streamen keine Videos.

Kleinigkeit. Neben dem Problem mit den Bodentanks war das natürlich nicht alles. Kleinigkeiten wie Überprüfung der Steigleitungen gehen damit einher aber auch die Datensicherung, also die Sicherung unseres gesamten Backends rauben zusätzlich Zeit und Nerven. Letztlich wird auch noch ein Parallelbetrieb aufgebaut: Der Umzug darf ja das Tagesgeschäft nicht behindern, also haben wir derzeit 2 Server, 2 Telefonleitungen, 2 Internetleitungen … etc.

Als Hannes sein Fazit, seine ‘eiserne Regel’, aus dem Hut zieht, muss er selbst ein bisschen lachen: “Den Umzug immer so viele Monate im Voraus planen, wie Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sind.”, sagt er und schüttelt dabei den Kopf. =) Ist natürlich nur Spaß, aber man sollte ernsthaft sechs Monate vor dem beabsichtigten Umzugstermin die ersten Besichtigungen machen und sich Angebote von Umzugsfirmen einholen. In der Hinsicht haben wir alles richtig gemacht und einfach nur richtig Pech gehabt.

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Freitag, Juni 18th, 2010

Nachdem wir eineinhalb Jahre die Mohrenstraße unsicher gemacht haben und die wenigen Quadratmeter stark in Anspruch nahmen, fiel uns auf, dass sich nicht nur die Müllsäcke sondern auch die Mitarbeiter in den Gängen stapelten. Es ist schlicht und einfach Zeit für den Umzug in ein größeres Büro.

Unser neues Büro

Das neue Büro. Das kriegen wir auch hin – Dachten wir. Jeder weiß, wie stressig und zeitintensiv ein Umzug sein kann, aber mit 35 Mitarbeitern und ebenso vielen Arbeitsplätzen, noch weitaus mehr PC’s, plus Server, Möbel etc. in eine 700qm Bürofläche unweit unseres jetzigen Standortes umzuziehen, überstrapaziert den Vergleich mit privaten Umzugserfahrungen. Besonders problematisch zeigen sich ausgerechnet die Dinge, die man zuvor großspurig mit einer bloßen Handbewegung weggefegt hat. Aber von vorn.

Weitsicht. In weiser Voraussicht haben wir tatsächlich schon Monate zuvor nach geeigneten Büros Ausschau gehalten. Doch die Verhandlungen zogen sich immens in die Länge. Obwohl wir einige Büros zur Auswahl hatten, hing die konkrete Planung und Umsetzung ein wenig im Raum-Zeit-Kontinuum fest und wir gerieten in den letzten Wochen in Zugzwang.

Umsicht. Die Wahl unseres jetzigen Büros fiel nicht schwer. Vom erneut repräsentativen Sitz im Hofgarten an der Friedrichstraße kann man seinen Blick über Berlin schweifen lassen. Ich glaube allerdings, dass dies bei der Besichtigung zu exzessiv betrieben wurde, denn hätte man den Blick einmal nach unten gerichtet, wären die weit auseinanderliegenden Bodentanks womöglich aufgefallen. Aus den Bodentanks entspringen Strom- und Internetkabel und diese sind nun einmal unerlässlich für ein Start-up. Nachdem nun die ganze Raumplanung durch war, begann man zu überlegen, wo denn der Strom für all die neuen Arbeitsplätze herkäme – Ein Debakel und prompt waren die Probleme geboren. Wo kriegen wir denn jetzt auf die Schnelle ein paar dutzend Bodentanks her? Fachmännisch installiert und die Buchsen gleich angeschlossen, versteht sich. Alle Planung war hinfällig und musste neu überdacht werden, der Zeitplan gerät ins Stocken, provisorische Lösungen müssen her.

Voraussicht. Wie konnte man das vergessen, so einfach übersehen. Neben den anderen Kleinigkeiten konnte man die Bodentanks doch nicht vergessen. Die anderen Kleinigkeiten waren übrigens:

  • Anmeldung, Ummeldung, Abmeldung vom Telefon- und Internetnetz
  • Raumplanung (Wände entfernen und neue Rigipswände einsetzen lassen)
  • Inneneinrichtung planen
  • Inneneinrichtung und Büromöbel kaufen
  • Leasinganträge stellen (Bonität prüfen lassen sowie Jahresumsatzplanung vorlegen)
  • Netzwerk einrichten, Kabelführung bestimmen, Steigleitungen prüfen
  • Parallelen Server installieren & Daten-Back-up
  • Mietkonditionen verhandeln
  • räumliche und personelle Expansionsmöglichkeiten beachten (u.a. Vormietrecht)
  • Mietvertrag juristisch prüfen lassen, beurkunden, gegenzeichnen und –gern vergessen- zurückversenden!
  • Maler- und Instandsetzungsfirma beauftragen

Ich weiß, dass ich noch einiges weggelassen habe. Sollte was Existenzielles darunter gewesen sein, könnt ihr es in den Kommentaren gern ergänzen. Diese obigen Punkte und Mühen sind etwas, worüber man in einigen Jahren lächeln wird, doch heute sorgen sie für Schweiß auf der Stirn und Stressfurchen im Gesicht. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Es ist unglaublich, wie viele Leute und Ressourcen wie Arbeitszeit gebunden sind. Im Folgenden kann man sehen, was die IT alles umzusetzen hat (Fortsetzung 1), die sozusagen die praktische Umsetzung aller Maßnahmen durchführt, um zu gewährleisten, dass wir unsere Arbeit ungestört fortsetzen können. Einen kleinen Einblick in die Lounge können wir im Post zum erfolgreichen Umzug gewähren.

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