Wie ich im ersten Post erwähnte, werde ich den Leser nun ins Büro der IT entführen, um mich mit dem Umzug der Technik kurz auseinander auseinanderzusetzen, wenn man mit dem Unternehmen umzieht.
Aus Sicht der IT. Mit offenen Augen und trüben Blickes starrt Hannes auf den Mac. Die zweite Tasse Kaffee steht neben dem Mauspad. Eine gewisse Form der Gereiztheit kann er nicht unterdrücken, wenn Mitarbeiter mit Anliegen an ihn herantreten – er ist schließlich der Hauptansprechpartner der IT. Und da geht’s grad drunter und drüber.
“Die Installation der Bodentanks ist bald abgeschlossen, dann ist der Bodenplan mit ein paar Änderungen wieder up to date”, meint er, “und wir können den Einrichtungsplan in Angriff nehmen. Es ist wie beim Hausbau: Erst muss das Fundament, also der Bodenplan, stehen und dann kann das ganze Gebäude, also der Raumplan und der Einrichtungsplan, oben drauf.”

Das Schwierige ist, dass die Raumeinteilung wiederum Einfluss auf den Bodenplan hat. Baut man konsequent nach dem Bodenplan und denkt dann erst an die Raumplanung, entsteht durch nachträglich eingezogene Rigipswände ein abgetrennter Raum ohne eigene Bodentanks und die Folge wären kreuz und quer verlegte Kabel durchs ganze Büro.
Was extrem wichtig ist, ist die Gewährleistung der Durchsatzraten. “Wir haben bei Vertragsabschluss nicht beachtet, aus welchem Jahrhundert die CAT-Leitungen sind”, führt Hannes aus und erklärt: “CAT5 ist zwar ausreichend, aber für eine Standleitung wären höhere Durchsätze geeigneter. Jetzt müssen wir zusehen, ob wir die Spannung problemlos erhöhen können oder ob wir wie ein Brummi auf der Autobahn rechtsspurig fahren.” Was mir schnell genug erscheint, reicht der IT nicht aus; die würden sicher lieber den Schumi auf der Autobahn mimen, nur werden wir uns den Rennwagen (CAT7) nicht leisten können. Ist aber auch unnötig, schließlich wir streamen keine Videos.
Kleinigkeit. Neben dem Problem mit den Bodentanks war das natürlich nicht alles. Kleinigkeiten wie Überprüfung der Steigleitungen gehen damit einher aber auch die Datensicherung, also die Sicherung unseres gesamten Backends rauben zusätzlich Zeit und Nerven. Letztlich wird auch noch ein Parallelbetrieb aufgebaut: Der Umzug darf ja das Tagesgeschäft nicht behindern, also haben wir derzeit 2 Server, 2 Telefonleitungen, 2 Internetleitungen … etc.
Als Hannes sein Fazit, seine ‘eiserne Regel’, aus dem Hut zieht, muss er selbst ein bisschen lachen: “Den Umzug immer so viele Monate im Voraus planen, wie Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sind.”, sagt er und schüttelt dabei den Kopf. =) Ist natürlich nur Spaß, aber man sollte ernsthaft sechs Monate vor dem beabsichtigten Umzugstermin die ersten Besichtigungen machen und sich Angebote von Umzugsfirmen einholen. In der Hinsicht haben wir alles richtig gemacht und einfach nur richtig Pech gehabt.
