Nachdem wir eineinhalb Jahre die Mohrenstraße unsicher gemacht haben und die wenigen Quadratmeter stark in Anspruch nahmen, fiel uns auf, dass sich nicht nur die Müllsäcke sondern auch die Mitarbeiter in den Gängen stapelten. Es ist schlicht und einfach Zeit für den Umzug in ein größeres Büro.
Das neue Büro. Das kriegen wir auch hin – Dachten wir. Jeder weiß, wie stressig und zeitintensiv ein Umzug sein kann, aber mit 35 Mitarbeitern und ebenso vielen Arbeitsplätzen, noch weitaus mehr PC’s, plus Server, Möbel etc. in eine 700qm Bürofläche unweit unseres jetzigen Standortes umzuziehen, überstrapaziert den Vergleich mit privaten Umzugserfahrungen. Besonders problematisch zeigen sich ausgerechnet die Dinge, die man zuvor großspurig mit einer bloßen Handbewegung weggefegt hat. Aber von vorn.
Weitsicht. In weiser Voraussicht haben wir tatsächlich schon Monate zuvor nach geeigneten Büros Ausschau gehalten. Doch die Verhandlungen zogen sich immens in die Länge. Obwohl wir einige Büros zur Auswahl hatten, hing die konkrete Planung und Umsetzung ein wenig im Raum-Zeit-Kontinuum fest und wir gerieten in den letzten Wochen in Zugzwang.
Umsicht. Die Wahl unseres jetzigen Büros fiel nicht schwer. Vom erneut repräsentativen Sitz im Hofgarten an der Friedrichstraße kann man seinen Blick über Berlin schweifen lassen. Ich glaube allerdings, dass dies bei der Besichtigung zu exzessiv betrieben wurde, denn hätte man den Blick einmal nach unten gerichtet, wären die weit auseinanderliegenden Bodentanks womöglich aufgefallen. Aus den Bodentanks entspringen Strom- und Internetkabel und diese sind nun einmal unerlässlich für ein Start-up. Nachdem nun die ganze Raumplanung durch war, begann man zu überlegen, wo denn der Strom für all die neuen Arbeitsplätze herkäme – Ein Debakel und prompt waren die Probleme geboren. Wo kriegen wir denn jetzt auf die Schnelle ein paar dutzend Bodentanks her? Fachmännisch installiert und die Buchsen gleich angeschlossen, versteht sich. Alle Planung war hinfällig und musste neu überdacht werden, der Zeitplan gerät ins Stocken, provisorische Lösungen müssen her.
Voraussicht. Wie konnte man das vergessen, so einfach übersehen. Neben den anderen Kleinigkeiten konnte man die Bodentanks doch nicht vergessen. Die anderen Kleinigkeiten waren übrigens:
- Anmeldung, Ummeldung, Abmeldung vom Telefon- und Internetnetz
- Raumplanung (Wände entfernen und neue Rigipswände einsetzen lassen)
- Inneneinrichtung planen
- Inneneinrichtung und Büromöbel kaufen
- Leasinganträge stellen (Bonität prüfen lassen sowie Jahresumsatzplanung vorlegen)
- Netzwerk einrichten, Kabelführung bestimmen, Steigleitungen prüfen
- Parallelen Server installieren & Daten-Back-up
- Mietkonditionen verhandeln
- räumliche und personelle Expansionsmöglichkeiten beachten (u.a. Vormietrecht)
- Mietvertrag juristisch prüfen lassen, beurkunden, gegenzeichnen und –gern vergessen- zurückversenden!
- Maler- und Instandsetzungsfirma beauftragen
Ich weiß, dass ich noch einiges weggelassen habe. Sollte was Existenzielles darunter gewesen sein, könnt ihr es in den Kommentaren gern ergänzen. Diese obigen Punkte und Mühen sind etwas, worüber man in einigen Jahren lächeln wird, doch heute sorgen sie für Schweiß auf der Stirn und Stressfurchen im Gesicht. Aber hinterher ist man immer schlauer.
Es ist unglaublich, wie viele Leute und Ressourcen wie Arbeitszeit gebunden sind. Im Folgenden kann man sehen, was die IT alles umzusetzen hat (Fortsetzung 1), die sozusagen die praktische Umsetzung aller Maßnahmen durchführt, um zu gewährleisten, dass wir unsere Arbeit ungestört fortsetzen können. Danach folgt dann der organisatorische Teil, der hauptsächlich das Management bindet (Fortsetzung 2), und der den Umzug rückblickend zusammenfassen wird.
