Fertighaus

Unterstützung unter einem Dach

Mehrgenerationenhaus

Mehrere Generationen leben unter einem Dach und profitieren voneinander. Mehrgenerationenhäuser lassen sich gemeinsam finanzieren und sind die beste Altersvorsorge. Erfahren Sie hier mehr über Vor- und Nachteile sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Wie Sie die Gründung einer Wohngemeinschaft angehen, zeigen wir Ihnen in vier einfachen Schritten.

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

In einem Mehrgenerationenhaus leben Menschen unterschiedlichen Alters und sozialen Status gemeinsam und doch eigenständig unter einem Dach. Die Idee: Jung und Alt sollen in der Gemeinschaft voneinander profitieren. Das Mehrgenerationenhaus dient dabei als eine Art Altersvorsorge. Man zieht vergleichsweise jung ein, unterstützt ältere Bewohner und kann im Alter selbst versorgt werden.

Generationenhäuser können gemeinsam finanziert werden und bieten eine Absicherung für das Alter. Das gesellschaftliche Miteinander ist dabei fest geregelt, die Bewohner entlasten sich im Alltag gegenseitig und helfen einander. Jeder leistet das, was er gemäß seines Alters und seiner Fähigkeiten leisten kann. Übernehmen die Älteren mal die Kinderbetreuung, helfen die Jüngeren im Gegenzug beim Einkaufen oder handwerklichen Tätigkeiten. Auch Studenten können günstig untervermietet werden, müssen dafür monatlich geregelte Aufgaben erledigen, wie etwa Babysitten, Nachhilfeunterricht oder Computerkurse geben.

Vorteile

  • Absicherung fürs Alter
  • Leben in einer Gemeinschaft für Alt und Jung
  • Nachbarschaftliche Hilfe  und gegenseitiges Profitieren
  • Günstige Finanzierung durch Kostenaufteilung und steuerliche Vorteile
  • gute Fördermöglichkeiten

Nachteile

  • Einzug schon im jungen Alter erwünscht
  • Verpflichtungen gegenüber der Hausgemeinschaft
  • Gesprächs- und Konfliktbereitschaft sind Voraussetzung

Von der Planung bis zum Bau in 4 Schritten

1. Schritt: Gleichgesinnte finden

Generationenhäuser eignen sich für das Zusammenleben mit den Großeltern, aber auch für eine familiäre Gemeinschaft mit bis dahin völlig fremden Personen. Wer ein neues Mehrgenerationen-Projekt ins Leben rufen will, muss sich zuerst  auf die Suche nach Gleichgesinnten begeben, mit denen sich ein Mehrgenerationenhaus realisieren lässt. Dazu hilft die Kontaktaufnahme zu kommunalen Ämtern, Baugenossenschaften und sozialen Trägern. Hier bekommt man wertvolle Tipps und Informationen zu bereits bestehenden Projekten in der Region und wie man Menschen findet, die in das eigene Projekt einsteigen wollen.

  Tipp der Redaktion

Verschiedene Internetportale, wie zum Beispiel die Website des Forums „Gemeinschaftliches Wohnen e.V.“,  bieten Projektbörsen zum selbst Inserieren und Suchen anderer Projekte an. Dort kann die eigene Idee vom Mehrgenerationenhaus vorgestellt und von Interessenten gefunden werden.

2. Schritt: Gemeinsame Finanzierung

Hat sich eine Gruppe gefunden, gilt es die Frage nach der Finanzierung zu klären. Der Kauf eines Zwei- oder Mehrfamilienhauses erscheint teuer, wird aber auf mehrere Schultern verteilt. Das Eigenkapital ist größer, es gibt bessere Kreditkonditionen und auch beim Grundstückskauf wird gespart. Gemeinschaftliches Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus bedeutet, anfallende Kosten für den Kauf und die spätere Instandhaltung untereinander aufzuteilen. Das geht auf zwei unterschiedlichen Wegen:

individuelles Eigentum

Mehrgenerationenhaus mit individuellem Eigentum

  • Die Gruppe kauft das Haus gemeinsam, aber jeder Bewohner ist Eigentümer seiner Wohnung + anteiliger Eigentümer des allgemeinen Wohnraums.
  • Die Eigentumsverhältnisse sind geklärt, jede Wohnpartei schließt einen eigenen Kaufvertrag ab.
  • Jeder kann über sein Eigentum frei verfügen, kann es vermieten, verkaufen oder vererben.

Hier ist langfristige Planung schwierig. Um das soziale Gefüge zu schützen, bietet sich z. B. ein Vorkaufsrecht der Gruppe oder eine Gemeinschaftsordnung an

gemeinsames Eigentum

Mehrgenerationenhaus mit gemeinsamem Eigentum

  • Die Gruppe gründet eine Genossenschaft, legt ihr Geld zusammen und finanziert damit den Kauf des Hauses.
  • Jeder Bewohner erwirbt Pflichtanteile (Höhe abhängig von Wohnungsgröße) und erhält im Gegenzug ein Wohnrecht.
  • Auch Geringverdienende können Mitglied werden, solange andere Mitglieder bereit sind, mehr zu zahlen.

Die Gründung und Verwaltung einer Genossenschaft ist komplex. Genossenschaftsverbände bieten hierzu Beratungen an. 

  Tipp der Redaktion

Das Mehrgenerationenhaus kann auch steuerliche Vorteile bieten! Wohneinheiten können als Einliegerwohnungen steuergünstig vermietet werden. Sämtliche Erwerbs- und Instandhaltungskosten der vermieteten Wohnung sind dann als Werbungskosten abzugsfähig. Das Gute daran: Die Steuervorteile gibt es auch, wenn die Einliegerwohnung an Familienangehörige vermietet wird. Die Miethöhe muss aber einem Mindestsatz der ortsüblichen Miete entsprechen.

3. Schritt: Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Mehrgenerationenhäuser sind moderne Bauprojekte, die immer stärker gefördert werden. Generationenübergreifendes Bauen kann durch EU-Mittel kofinanziert werden, viele Landesbanken oder Landestreuhandstellen bieten auf Landesebene spezielle Förderprogramme in Form von Zuschüssen oder Darlehen an. Insbesondere Förderungen der KfW bieten sich beim Bau oder Kauf eines Mehrgenerationenhauses an.

Gefördert wird energieeffizientes sowie barrierefreies Bauen. Durch das gemeinschaftliche Wohnen mit Senioren ist Barrierefreiheit ohnehin gefordert, Energieeffizienz ist gut für die Umwelt, macht unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und ist bei Neubauten heute schon Standard. Der Vorteil: Die KfW vergibt Kredite in der Höhe von maximal 100.000 Euro – allerdings pro Wohneinheit. Da Mehrgenerationenhäuser aus zwei oder mehreren Wohneinheiten bestehen, erhöhen sich auch die Fördermittel.

Was? * Kreditbetrag (max.)/Wohneinheit Tilgungszuschuss
KfW-55

100.000 €

5 %
KfW-40
100.000 €
10 %
KfW-40 Plus
100.000 €
15 %
barrierefreies Umbauen 50.000 € (oder Zuschuss von max. 6.250 €) -

*Das KfW-Effizienzhaus ist ein technischer Standard, der angibt, wie hoch der Energiebedarf eines Gebäudes ist. Je niedriger die Zahl, desto höher die Energieeffizienz.

Alle Fördermöglichkeiten im Überblick:

  • Förderungen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
  • Förderungen durch Landesbanken und Landestreuhandstellen
  • Förderungen durch Kommunen
  • Förderung durch EU-Mittel
  • Förderung durch kirchliche und soziale Träger (z.B Caritasverband, Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt)

Weitere Informationen zu verschiedenen Fördermitteln erhalten Sie hier!

4. Schritt: Was ist beim Bau zu beachten?

Wichtig bei der Planung eines Mehrgenerationenhauses ist, dass alle Bewohner sich entfalten und wohlfühlen können, aber auch einen persönlichen Rückzugsort haben. Deshalb gibt es innerhalb eines Hauses mindestens zwei oder auch mehrere separate Wohneinheiten, die durch offene Treffpunkte miteinander verbunden sind. Je nach Situation sind unterschiedliche Formen von gemeinschaftlichem Zusammenleben erwünscht. Eine Großfamilie mit Kindern, Eltern und Großeltern möchte vielleicht enger zusammenleben als Bewohner, die sich weniger gut kennen. Besonders wichtig: Zumindest eine Hälfte der Bewohner eines Generationenhauses ist bereits im Seniorenalter und hat daher spezielle Anforderungen an barrierefreies Wohnen. Folgende Eigenschaften sollten Mehrgenerationenhäuser in jedem Fall haben:

  • mindestens zwei oder mehrere abgeschlossene Wohneinheiten (meist auf zwei Etagen verteilt: Senioren leben im Erdgeschoss, Singles, Paare und Familien in den oberen Ebenen)
  • Gemeinschaftsräume (z. B. öffentliches Wohnzimmer, gemeinsame Küche, Terrasse und Garten)
  • getrennte Eingangsbereiche und Sanitäranlagen
  • bauliche Flexibilität (starre Wohnlösungen verhindern zukünftige Veränderungen der Hausgemeinschaft)
  • Barrierefreiheit für Senioren

Barrierefreies Wohnen

Symbol barrierefreies Wohnen

  • Barrierefreies Bauen ermöglicht älteren Menschen, sich innerhalb des Hauses ohne fremde Hilfe frei und einschränkungslos bewegen zu können.
  • Beispiele für Baumaßnahmen:
    • schwellen- und treppenloser Hauseingang
    • rollstuhlgerechte Türen/Flure/Räume
    • unterfahrbare Arbeitsflächen
    • ein Treppenlift
    • Haltegriffe 
  • Weitere Informationen erhalten Sie hier!

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Bildquellen:
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