Fertighaus

Investition in die Zukunft

Energieeffizienz beim Hausbau

Wenn Sie die Hausbauplanung richtig angehen, können Sie durch geeignete Energiesparmaßnahmen langfristig erheblich Kosten sparen. Neben den richtigen Fenstern und Heizungssystemen ist ebenso der Grundriss des Hauses entscheidend. Frühes Mitdenken und rechtzeitige Investitionen in Energieeffizienz rechnen sich mittelfristig und steigern langfristig den Wert Ihrer Immobilie. Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Eigenheim zu einer Investition in die Zukunft wird.

Checkliste: Energieeffizient von Anfang an

Energieeffiezente Haus-PlanungWer energieeffizient plant, macht sich unabhängig von schwankenden Energiepreisen und haushaltet langfristig wirtschaftlicher. Die Effizienz-Maßnahmen werden am besten direkt in den Neubau integriert. Sollten Sie dies verpassen, kann mit späteren Sanierungsarbeiten zwar nachgebessert werden – aber eben zu höheren Kosten. Die folgende Checkliste zeigt, worauf Sie von vorneherein bei einer effizienzorientierten Hausplanung achten sollten:

Energieeffizienz: Worauf kommt es an?

1. Ausrichtung des Hauses

  • Südfassade nicht verschatten, um Wärme zu speichern
  • Dach für Photovoltaikanlage nach Süden ausrichten
  • Kleine Fenster nach Norden, um Wärmeverlust zu reduzieren

2. Hausgröße

  • Verhältnis von Wohnfläche zu Hausoberfläche optimieren: kompakter Baukörper
  • Dachgauben, Erker oder Überstände vermeiden

3. Fenster

  • Fenster mit niedrigem k-Wert (unter 1) wählen
  • Dreischeibenverglasung oder Passivhausfenster erwägen

4. Wärmebrücken

  • Bauteile mit höherer Leitfähigkeit als umgebende Baustoffe meiden (EnEV)
  • Wintergarten als Wärmepuffer

5. Heizung

  • Selbstoptimierende Heizkessel einbauen
  • Heizungsanlage mit Vorlauf-/Rücklauftemperatur wählen
  • Einsatz von Wärmepumpen erwägen
  • In Städten gegebenenfalls Nahwärmeanschluss erwägen
  • Einsatz einer Pelletheizung erwägen

6. Dämmung

  • Lückenlose Dämmung der Wände und des Daches, um Wärmeverluste zu verhindern
  • Dämmstoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit und hohem Wärmespeichervermögen wählen
  • Luftdichte Baumaterialien
  • Energieeffiziente Lüftungsanlage installieren
  • Heizkörpernischen und Fenster/Türen abdichten bzw. auf festen Verschluss achten

7. Stromerzeugung
Installation einer Solaranlage erwägen

 

Energiehäuser - Das Plus für die Umwelt

Sollte Sie das Thema Umweltschutz und Energiebilanz soweit fesseln, dass Sie ein Energiehaus in Erwägung ziehen, stellt Käuferportal Ihnen hier kurz die vier gängigen Hausvarianten vor:

Effizienzhaus:

Der Neubau sowie die Verwandlung von Altbauten in Energiehäuser werden unter anderem von der KfW-Bank gefördert. Effizienzhäuser gibt es in unterschiedlichen Klassen. Diese sind je nach Energiebedarf des Hauses in Kategorien wie Effizienzhaus 40 bis Effizienzhaus 115 eingeteilt. Faustregel: Je niedriger die Zahl, desto geringer ist der Energieverbrauch.

Effizienhaus max. Jahresprimär­energiebedarf Energieverbauch im Vgl. zum Standard-Neubau     Kredit für Neubau* Zuschuss für Sanierung** Kredit für Sanierung***
KfW-Effizienzhaus 40 30 kWh/m² max. 40 % bis 100.000 €/Wohneinheit -
KfW-Effizienzhaus 55     40 kWh/m² max. 55 % bis 100.000 €/Wohneinheit bis 30.000 €/ Wohneinheit bis 100.000 €/Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 70 50 kWh/m² max. 70 % - bis 25.000 €/ Wohneinheit bis 100.000 €/Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 85     60 kWh/m² max. 85 % - bis 20.000 €/ Wohneinheit bis 100.000 €/Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 100 70 kWh/m² entspricht Standard-Neubau - bis 17.500 €/ Wohneinheit bis 100.000 €/Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 115 80 kWh/m² max. 115 % (lohnt nur für Altbaubesitzer) - bis 15.000 €/Wohneinheit bis 100.000 €/Wohneinheit

* Für Einzelmaßnahmen erhält man einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit
** Für Einzelmaßnahmen erhält man einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit.
*** Für Einzelmaßnahmen erhält man einen Kredit bis zu 50.000 Euro für jede Wohneinheit nach der Sanierung.

Passivhaus:

Das Passivhaus hat mit höchstens 15 kWh/m² den geringsten Energiebedarf. Der Wärmebedarf wird in Passivhäusern fast vollständig durch passive Energiegewinne gedeckt. Mit einer fast luftdichten Wanddämmstärke erreichen Passivhäuser eine nahezu perfekte Umweltbilanz. Grundsätzlich kann auf eine Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen verzichtet werden.

Der jährliche CO2-Ausstoß im Vergleich
Ungedämmter Altbau Passivhaus
30-60 kg/m² 2 kg/m²

Nullenergiehaus:

In Nullenergiehäusern wird das Konzept des Passivhauses fortgesetzt, allerdings um alternative Stromquellen wie Photovoltaik ergänzt. Bei dieser Hausart wird der externe Energiebezug im Jahresmittel durch den hauseigenen Energiegewinn aufgewogen.

Plusenergiehaus: 

Ein Plusenergiehaus erzeugt durch Zuhilfenahme alternativer Energien (Solarenergie, Erdwärme) mehr Energie, als es benötigt. Im Vergleich zum Passivhaus wird beim Plusenergiehaus bewusst Energie produziert.

Einsparungspotential energieeffiezenter Häuser
Einsparpotential eines Energiehaus

Der Energieausweis

Energieausweise dokumentieren steckbriefartig den Energiestandard Ihres Hauses und sind seit dem 1. Januar 2009 laut Energiesparverordnung (EnEV) für alle Neubauten vorgeschrieben. Dieser wird Pflicht, sobald Sie Ihr Gebäude vermieten, verpachten oder verkaufen. Der Neueigentümer kann eine Vorlage einfordern. Bewohnen Sie Ihr Haus selber, sind Sie von der Pflicht befreit.

 ​ Der Energiepass kann auf zwei Arten ausgestellt werden:
Bedarfsausweis = Energiebedarf des Gebäudes
Verbrauchsausweis = Energiebedarf der Bewohner der letzten 3 Jahre

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Der Verbrauchsausweis ist einfacher und preiswerter: er kennzeichnet den Energieverbrauch der letzten drei Jahre. Das Ergebnis ist je nach Bewohner stark unterschiedlich und sagt wenig über das Gebäude aus. Der Verbrauchsausweis wird von Ihrem jeweiligen Versorger bzw. Messanbieter ausgestellt und kostet zwischen 30 und 100 Euro.

Der Bedarfsausweis bezieht alle Gebäudedaten mit ein: die Dämmung von Fenstern, Wänden und des Daches sowie alle verwendeten Baumaterialien und die Bauweise des Hauses werden bei der Berechnung beachtet.
Einen Bedarfsausweis erhalten Sie von anerkannten Sachverständigen (z. B. Architekten oder Handwerksmeistern) und kostet ca. 150 Euro. Für Wohngebäude mit maximal vier Wohnungen und einem Bauantrag vor 1977 brauchen Sie einen Bedarfsausweis. Bei Nichtwohngebäuden und Neubauten hat der Eigentümer die freie Wahl, welchen Ausweis er beantragt.

  Tipp der Redaktion

Wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat, kann die Kosten für den Energieausweis als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Was beinhaltet der Energieausweis?

EnergiesparausweisDer Energiebedarf des Hauses wird in kW/h pro m² angegeben. Anhand einer Farbskala lässt sich im Ausweis zusätzlich erkennen, wie gut die Energieeffizienz eines Hauses ist. Das Ergebnis wird mit anderen Haustypen verglichen und Sanierungsempfehlungen gegeben. Faustregel: Je grüner, desto besser!

 

 

Das bedeuten die Energieklassen im Einzelnen:

  • Passivhaus/MFH Neubau: Neubau-Standard nach den Vorgaben der Energiesparverordnung, höchste Energiesparklasse liegt vor
  • EFH Neubau/energetisch gut modernisiert: Energieverbrauch liegt im Rahmen der Energiesparverordnung
  • Durchschnittliches Wohngebäude: Zusätzliche Deckung der Energiezufuhr aus Erneuerbaren Quellen empfehlenswert
  • MFH/EFH energetisch nicht wesentlich modernisiert: Energetische Sanierung dringend empfehlenswert, da Heiz- und Warmwasserkosten überdurchschnittlich hoch sind

Von der Ausweispflicht generell ausgenommen sind:

  • Kleine Gebäude mit einer Nutzfläche von weniger als 50 m²
  • Denkmalgeschützte Gebäude
  • Nicht dauerhaft beheizte Gebäude (z.B. Ferienhäuser)

Obwohl der Ausweis Pflicht ist, verpflichtet er zu nichts?

Eigentümer können – egal wie schlecht das Ergebnis der Prüfung ausfällt – nicht zu einer Nachrüstung oder Modernisierung gezwungen werden. Der Ausweis gibt rein wirtschaftliche Empfehlungen. Wollen Sie Ihr Haus allerdings verkaufen und legen keinen Energieausweis vor oder tricksen Sie in den Angaben, so kann dies mit einer Geldbuße von bis zu 15.000 Euro Strafe als Ordnungswidrigkeit gelten.

Weitere Energie-Gütesiegel

dena Energie Gütesiegel

Dena-Gütesiegel: Das dena-Gütesiegel garantiert einen hochwertigen Energieausweis und einhergehend einen niedrigen Energieverbrauch des Wohnhauses. Die Prüfung der Energieeffizienz übernimmt ein unabhängiger Experte vor Ort. Der Bauherr erhält zur Bestätigung ein Zertifikat sowie ein Hausschild.

DIN-Normen: Die Normenreihe DIN EN 15316 bestimmt die Energieeffizienz und von Raumheizungsanlagen und Trinkwarmwasseranlagen.

dgnb Zertifikat Siegel

Das DGNB-Zertifikat garantiert die ökologische und funktionale Qualität von Bestandsgebäuden. Bestandsgebäude, die der Prüfung nicht standhalten, werden optimiert. Bei diesem Zertifikat ist die Nachhaltigkeit von Gebäuden in den Fokus gerückt.

Geld vom Staat: Förderung von energieeffizienten Häusern

Wenn Sie sich als Bauherr für einen energieeffizienten Bau entscheiden, können Sie auf eine Reihe von Förderungen hoffen. Energieeffizientes Bauen wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie regionalen Programmen gefördert. Die KfW bietet Hausherren Fördergelder für Altbaumodernisierung, Einzelmaßnahmen sowie Komplettsanierungen.

Das BAFA-Marktanreizprogramm fördert Solarthermieanlagen auf Bestandsgebäuden sowie Biomasse-Heizungen und Wärmepumpen.

Die Förderungen für Sie im Überblick
Förderung Hausbau KfW Komplettsanierung KfW Einzelmaßnahmen BAFA Förderung
Was wird gefördert? Komplettumbau zum KfW-Effizienzhaus Kleinere Sanierungsmaßnahmen wie Austausch der Fenster Solarthermie, Biomassen-Heizung, Wärmepumpen
Wann Förderung beantragen? Vor Baubeginn Spätestens 6 Monate nach Installation Vor Baubeginn
Baujahr des Gebäudes? Bis 1995 Bis 2009 Bis 2009
Welches Förderprogramm? Zuschuss (Programm 430, 431) günstiger Kredit oder Zuschuss (Programm 151, 167, 430, 431) Marktanreizprogramm, Zuschuss

Heute schon an Morgen denken

Über einen energieeffizienten Hausbau nachzudenken lohnt sich in jedem Fall. Käuferportal vermittelt Ihnen qualifizierte Hausbau-Anbieter, die Sie auch zu Energiethemen fachgerecht beraten können. Fordern Sie über uns bis zu drei Angebote verschiedener Anbieter aus Ihrer Region an und sparen Sie durch Anbietervergleich bis zu 30 %.

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