Fertighaus

An die Zukunft denken

Barrierefreies Bauen

Ein barrierefreies Haus ohne Hindernisse, wie zum Beispiel Stufen, erleichtert nicht nur Senioren und Menschen mit Handicap ihren Alltag - auch Familien mit kleinen Kindern profitieren. Wer direkt schon beim Hausbau barrierefrei plant, spart sich später die Nachrüstung. Viele Hausbauanbieter sind vertraut mit Richtlinien und Maßnahmen für altersgerechtes Bauen.

Was ist barrierefreies Bauen?

Um barrierefrei zu bauen, müssen Barrieren erst einmal erkannt werden:

Berrierefreies Haus (Skizze)Der Verzicht auf Treppen und Schwellen, die Installation eines Treppenlifts oder die Verlegung rutschfester Bodenbeläge. Je nach körperlicher Beeinträchtigung gilt es, unterschiedliche Hindernisse zu beseitigen und  Baumaßnahmen einzuleiten, die zu der jeweiligen persönlichen, mobilen Situation passen.

Der Vorteil barrierefreier Planung ist aber, dass das Eigenheim, ganz gleich welche Einschränkung oder Behinderung vorhanden ist, heute so flexibel gestaltet werden kann, dass es ein von fremder Hilfe weitgehend unabhängiges Wohnen möglich macht. Barrierefreies Bauen bedeutet so präventiv zu bauen, dass man zu Hause alt werden kann.


Hier ist barrierefreies Bauen möglich

  • Schwellenabbau
  • Rutschfeste Bodenbeläge
  • Rollstuhlgerechte Türen/Flure/Räume
  • Barrierefreies Bad, benutzerfreundliche Sanitäreinrichtungen
  • Haltegriffe
  • Unterfahrbare Arbeitsflächen/Waschbecken
  • Bedienungs-/Hilfselemente auf entsprechender Höhe
  • Erhöhter Schallschutz
  • Ganzjährige Beheizung
  • usreichende Fernmeldeanlagen
  • Aufzüge, Treppenlifte

Checkliste: Die Planung eines barrierefreien Hauses

Insbesondere bei Neubauten ist es ratsam, gemäß der Normen DIN 18040, 18024 und 18025 Teil 1 und 2, möglichst viele Bereiche des Hauses und dessen Zuwege barrierefrei zu gestalten. Bei Zugängen kann meist nur schlecht oder gar nicht nachgerüstet werden. Bei der Planung des Grundrisses sollten auch eventuelle spätere Einbauten berücksichtigt werden, wie beispielsweise Treppenlifte. 

Mithilfe der unten stehenden Checkliste für barrierefreies Bauen können Sie die wichtigsten Fragen zu folgenden Wohnbereichen und den erforderlichen Baumaßnahmen überprüfen:

1. Hauseingang
  JA NEIN
Ist der Gehweg zur Eingangstür fest, sicher und schwellenlos (ohne Treppen) gebaut?    
Ist die Haustür leicht zu öffnen?    
Ist der Eingangsbereich ausreichend beleuchtet? Wird die Beleuchtung durch einen Bewegungsmelder aktiviert?    
Befinden sich Klingel, Briefkasten u. ä. in einer angemessenen Höhe (85 cm)?    
Hat die Haustür eine ausreichende Breite (90 cm)?    
Ist vor und hinter der Haustür ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer (mind. 150 mal 150 cm)?    
Gibt es einen elektrischer Türöffner?    
Hat die Rampe vor dem Eingangsbereich eine maximale Steigung von 6 % und eine maximale Länge von 600 cm?     
Gibt es eine Freisprechanlage?            

 

2. Flur
  JA NEIN
Ist der Boden schwellenfrei (keine Stufen, Teppiche und Fußmatten)?    
Hat der Flur eine Mindestbreite von 120 cm?    
Sind ausreichend große Wendeflächen vorhanden (150 mal 150  cm)?    
Ist der Flur ausreichend beleuchtet?    
Sind Griffe und Lichtschalter in einer optimalen Höhe von 85 cm installiert?    
Beeinträchtigen Möbel im Flur die Passierbarkeit?    
Ist ein Handlauf vorhanden (85 cm hoch)?    
Sind Garderobe, Spiegel und Ablagen auch im Sitzen zu benutzen?    
Kann bei Bedarf ein Treppenlift installiert werden?    
3. Badezimmer
  JA NEIN
Ist die Bewegungsfläche im Sanitärbereich ausreichend (150 mal 150 cm für Rollstuhlfahrer)?     
Hat die Badezimmertür eine Mindestbreite von 90 cm?    
Lässt sich die Badezimmertür im Notfall auch von außen öffnen (die Tür sollte auch nach außen aufschlagen)?    
Ist der Bodenbelag rutschhemmend (z. B. durch raue Fliesen)?    
Ist das Waschbecken für Rollstuhlfahrer unterfahrbar?    
Ist eine bodengleiche Dusche mit Duschsitz vorhanden?    
Hat der Duschbereich eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 cm (bei Rollstuhlfahrern 150 mal 150 cm)?    
Sind die Armaturen, Schalter und Griffe in Bad und WC mit einer Hand und ohne Kraftaufwand gut bedienbar?    

 

4. Wohnzimmer
  JA NEIN
Sind die Übergänge zu anderen Wohnbereichen schwellenfrei?    
Haben die Wohnzimmertüren eine ausreichende Breite von 90 cm?    
Ist die Brüstungshöhe der Fenster nicht höher als 60 cm?     
Sind alle Bedienelemente (Schalter, Fenstergriffe, Fernseher...) auf einer Höhe von 85 cm und mit 50 cm Wandabstand montiert?     
Sind Couch und Esstisch gut mit dem Rollstuhl unterfahrbar und Tische gegebenenfalls höhenverstellbar?     
Ist eine ausreichende Bewegungsfläche (150 mal 150 cm für Rollstuhlfahrer) bei Möbeln und Sitzgelegenheiten vorhanden?    
Ist das Telefon nahe einer Sitzgelegenheit und gut zu erreichen?    

 

5. Küche
  JA NEIN
Ist vor und zwischen den Küchenmöbeln ausreichend Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer (150 mal 150 cm)?    
Ist die Küchentür mindestens 90 cm breit?    
Sind Spüle, Herd und Arbeitsplatte unterfahrbar?    
Sind die Wege für die Küchenarbeit kurz? Sind Herd, Spüle und Arbeitsplatte übereck angeordnet?    
Sind einige der Schränke auch aus sitzender Position erreichbar?    
Sind die Armaturen an der Spüle mit einer Hand und ohne Kraftaufwand bedienbar?    
Sind Kühlschrank, Backofen und Spülmaschine in einer guten Höhe postiert, um so die Küchenarbeit zu erleichtern?     
Haben Schubladen und Schranktüren große Griffe und sind sie leicht zu öffnen?    

 

6. Schlaf-/Kinderzimmer
  JA NEIN

Hat das Bett eine optimale Höhe (etwa 55 cm inklusive Matratze)?

   
Können die Betten so aufgestellt werden, dass ein Bett bei Bedarf von drei Seiten zugänglich ist?    
Ist das Bett höhenverstellbar?     
Hat das Bett abgerundete Kanten?    
Ist direkt am Bett eine Abstellmöglichkeit vorhanden?    
Sind die Lichtschalter auch vom Bett gut bedienbar?    
Ist ein Telefon am Bett vorhanden?    

Ist der Kleiderschrank leicht zugänglich (Ablagefächer in passender Höhe, Türen leicht zu öffnen)?

   

 

7. Terrasse/Balkon
  JA NEIN
Ist der Übergang zum Wohnbereich stufen- und schwellenlos?     
Hat die Tür eine ausreichende Breite von 90 cm und ist auch aus dem Sitzen bequem zu öffnen?     
Ist genügend Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer vorhanden (150 mal 150 cm)?    
Lässt sich die Balkon-/ Terrassentür von beiden Seiten öffnen?    
Ist der Bodenbelag rutschhemmend?    
Können Pflanzen gegebenenfalls auch aus einer sitzenden Position heraus gepflegt werden?    
Ist ein Wind- und Sonnenschutz vorhanden?    
Sind eventuelle Lichtschalter und Steckdosen in passender Höhe montiert (85 cm)?    

  Sie können die Checkliste hier auf einfach downloaden.

Finanzierung und Förderung beim barrierefreien Bau

Barrierefreies Bauen kann mit hohen Investitionen verbunden sein. Allerdings gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, die Sie bei der Umsetzung Ihres barrierefreien Plans unterstützen und eine Finanzierung absichern. Folgende Fragen sind dabei entscheidend:

  • Wie viel Eigenkapital ist vorhanden?
  • Was muss über Kredite, Bausparverträge oder Versicherungen finanziert werden?
  • Gibt es Zuschüsse der Kommune bzw. des Landes oder anderer öffentlicher Einrichtungen?
  • Gibt es Zuschüsse der Pflegekasse?

Ein Großteil der Kosten muss selbst finanziert werden. Über vier verschiedene Förderwege lassen sich jedoch Zuschüsse oder Darlehen beantragen, die speziell auf barrierefreies Bauen ausgerichtet sind.

Wichtig: Die Förderanträge müssen in der Regel noch vor Abschluss des Kaufvertrags gestellt werden. Lassen Sie sich bei den entsprechenden Stellen gründlich über die angebotenen Förderprogramme informieren.

Übersicht über die einzelnen Förderprogramme

Landeseigene Förderprogramme

  • Landeseigene Förderbanken fördern sämtliche Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit
  • Bundesländer verteilen Zuschüssen und Darlehen
  • Pflegekassen gewähren einen Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen von 4.000 Euro

KfW-Förderprogramme

  • Darlehen von bis zu 50.000 € pro Wohneinheit für Baumaßnahmen, die die Barrierefreiheit fördern.

Förderung von Sozialämtern und Arbeitsagenturen

  • finanzielle Hilfe, wenn keine andere Stelle fördert
  • durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit behinderte o. eingeschränkte Arbeitnehmer werden durch Berufsgenossenschaft bzw. Unfallversicherer unterstützt

Förderung der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung

  • GKV fördert barrierefreies Bauen, wenn es Arbeitsfähigkeit und Mobilität unterstützt
  • der Rententräger zahlt bei mehr als fünfzehnjähriger Beitragszahlung Wohnungshilfen

Welche Bauunternehmen bauen barrierefrei?

Heutzutage wird immer häufiger barrierefrei gebaut. Nicht immer aufgrund einer körperlichen Einschränkung oder Behinderung, sondern oft auch perspektivisch und mit Blick in die Zukunft. Ein barrierefreies Haus sichert im späteren Seniorenalter den Wohnkomfort. Viele Hausbau-Unternehmen bieten mittlerweile individuelle Lösungen für das barrierefreie Eigenheim an. So gibt es auch komplett barrierefreie Fertighäuser, oft in ebenerdiger Bungalowarchitektur, die in Ausstattung und Gestaltung barrierefreien Wohnkonzepten mit vielen Detaillösungen entsprechen. Auch innerhalb von Mehrgenerationenhäusern, die ein Zusammenleben von Jung und Alt ermöglichen, werden seniorengerechte, barrierefreie Wohneinheiten integriert. 

Angebote einholen, vergleichen und sparen!

Käuferportal vermittelt Ihnen qualifizierte Bauunternehmen mit Erfahrungen im barrierefreien Bau, die Sie umfassend beraten und mit Ihnen individualisierte Pläne für Ihr Eigenheim erstellen.

Bildquellen:
© Käuferportal
© Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | Europäische Union
© Nikonaft | Shutterstock
© TÜV Saarland Gruppe | tekit Consult Bonn Gruppe GmbH