Aufzug

Hydraulikaufzüge

Hydraulikbetriebene Aufzüge werden für den vertikalen Lasten- und Personentransport eingesetzt. Wir informieren Sie über die Eigenschaften und stellen die technischen Vor- und Nachteile von Hydraulikaufzügen gegenüber.

Wie funktioniert ein Hydraulikaufzug?

Querschnitt eines Hydraulikaufzugs
Querschnitt eines Hydraulikaufzugs

Der Antrieb des Aufzugs erfolgt über einen Hydraulikzylinder. Hydraulikflüssigkeit – in der Regel Öl – wird über ein elektrisch betriebenes Aggregat in den Zylinder gepumpt. Durch den entstehenden Druck hebt sich der bewegliche Kolben und mit ihm der Fahrstuhl. Für die Fahrt abwärts wird das Öl aus dem Zylinder abgelassen.

Bei Hydraulikaufzügen wird zwischen zwei Betriebsarten unterschieden:

Direkte hydraulische Aufzüge

Der Hydraulikzylinder ist senkrecht ausgerichtet und fest im Boden verankert. Der bewegliche Kolben, oder auch Hydraulikheber genannt, wird am Fahrstuhl befestigt: entweder unterhalb oder seitlich der Kabine. So wird die Kabine über den Kolben hoch- und heruntergeführt. Die möglichen Anordnungen finden Sie in der Grafik.

Anordnung der Hydraulikkolben

Anordnung der Hydraulikkolben

Indirekte hydraulische Aufzüge

Bei dieser Betriebsart kommen, wie bei einem Seilaufzug, Tragseile zum Einsatz. Die Vorteile der 2:1-Hängung: Das Gewicht verteilt sich auf das Seil und die Seilrolle. Die Förderhöhe verdoppelt sich, d. h. bei einem Meter Kolbenhub wird der Fahrstuhl zwei Meter angehoben. Brauchte man vorher für eine Förderhöhe von sechs Metern einen Hydraulikzylinder von ebenfalls sechs Metern, reichen nun drei.

  Info

Das Aggregat für den Hydraulikantrieb kann am oder direkt im Schacht sowie in einem separaten Raum aufgestellt werden – abhängig von Schachtgröße und Geräuschempfindlichkeit Ihres Hauses.

Die Vorteile von Hydraulikaufzügen

Der Hydraulikaufzug schneidet im Vergleich zum seilbetriebenen Aufzug immer etwas schlechter ab. Jedoch ist er ebenfalls sehr verlässlich, vor allem bei geringen Höhen. Auch der nachträgliche Einbau gestaltet sich deutlich einfacher. Weitere Vorteile sind:

  • Ist effizient in der Raumnutzung (ca. 12 % weniger Schachtraum als ein Seilaufzug).
  • Ein Maschinenraum ist nicht nötig.
  • Ist günstig in der Anschaffung und Wartung.
  • Verfügt über eine bewährte Technik.
  • Verfügt über einen Notausstieg. Bei einem Stromausfall ist dieser ohne Spezialkenntnisse und zusätzliche Stromquelle benutzbar.
  • Besteht aus weniger Bauteilen als ein Seilaufzug. Daher ist ein schnellerer Einbau möglich, auch die Wartung gestaltet sich einfach.
  • Es wird keine Last auf die Decke ausgeübt, sodass der Einbau auch in Altbauten ohne Trägerkonstruktion möglich ist.

Die Nachteile von Hydraulikaufzügen

Hydraulikaufzüge eignen sich nicht für jedes Gebäude. Mit ihnen können nur Höhen bis 25 Meter überwunden werden. Andere technisch bedingte Schwächen des Hydrauliksystems:

  • Mit höchstens 1 m/s sind Hydraulikaufzüge langsamer als Seilaufzüge. Die Standardgeschwindigkeit beträgt 0,6 m/s. Zum Vergleich: Fördergeschwindigkeiten für Seilantriebe fangen bei 0,63 m/s an.
  • Sie sind aufgrund der niedrigen Fördergeschwindigkeiten nicht für stark frequentierte Gebäude geeignet.
  • Hydraulikaufzüge verursachen höhere Energiekosten.
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Wann lohnt sich ein Hydraulikaufzug?

Die maximal empfohlene Förderhöhe bei Hydraulikaufzügen liegt bei 20 bis 25 Metern. Doch Sie sollten schon für Höhen ab 18 bis 20 Metern eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Das hat folgenden Grund: Bei direkt betriebenen Hydraulikaufzügen muss der Hydraulikzylinder so lang sein wie der Hydraulikkolben. Das heißt, er ist so lang wie das Haus bzw. die Förderhöhe.Da der Hydraulikzylinder in der Erde versenkt wird, bedeutet dies bei einer Förderhöhe von 25 Metern, dass Grabungsarbeiten bis genau zu dieser Tiefe durchgeführt werden müssen. Dies ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer. Mit indirekt betriebenen Aufzügen kann die Tiefe halbiert werden. Dennoch eignen sich Seilaufzüge für Höhen ab 18 Meter deutlich besser.

Direkter hydraulischer Aufzug

Direkter hydraulischer Aufzug

 

  Tipp

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Auch Fahrstühle können ökologisch sein: Ersetzen Sie das standardmäßig verwendete Mineralöl durch biologisch abbaubares Öl.

Senkrechtstarter – übliche Einsatzgebiete

Generell lassen sich Hydraulikaufzüge in jedes Gebäude einbauen. Sie können als Personenaufzug, Lastenaufzug oder Autoaufzug konzipiert werden. Ein paar Beispiele:

Senkrechter Hydraulikaufzug für Personen, Lasten und Autos

Behindertengerechter Hydraulikaufzug

Mindestvorgaben für behindertengerechte Aufzüge enthält die Norm DIN EN 81-70. Sie unterscheidet drei Typen von rollstuhlgeeigneten Fahrstühlen. Für alle drei Typen gilt eine Türbreite von mindestens 90 Zentimetern. Empfohlen wird der Typ 2. Beachten Sie, dass auch die Fläche vor dem Fahrstuhl eine Mindestgröße von 1,50 mal 1,50 Metern haben muss, damit der Rollstuhlfahrer in dem Bereich bequem rangieren kann.

  Aufzugstyp Abmessungen für den Fahrkorb Kapazität
Typ 1 - Aufzug für einen Rohlstuhl

Typ 1

(> 450 kg)

 

1,00 m x 1,25 m 1 Rollstuhlfahrer

Typ 2 - Aufzug für einen Rollstuhl mit einer Begleitperson

Typ 2

(> 630 kg)

 

1,10 m x 1,40 m 1 Rollstuhlfahrer und eine Begleitperson

Typ 3 - Aufzug für einen Rollstuhl mit mehreren Begleitpersonen

Typ 3

(> 1.275 kg)

 

2,00 m x 1,40 m 1 Rollstuhlfahrer und weitere Personen;
Wendemöglichkeit für den Rollstuhl

Für ein barrierefreies Fahrstuhlfahren ist neben den richtigen Maßen die Anbringung von gut erreichbaren Bedientableaus, Haltestangen und einem Klappsitz unabdingbar.

ComputermausFür mehr Informationen zu Behindertenaufzügen klicken Sie bitte hier.

Maße und Personenanzahl – So planen Sie Ihren Platzbedarf

Sind Sie sich nicht sicher, welche Größen und Traglasten Sie einrechnen sollten, kann Ihnen folgende Tabelle eine Orientierungshilfe sein. Dies sind Standardmaße für Personenhydrauliklifte. Aber auch individuelle Abmessungen können mit dem Aufzugsanbieter abgesprochen werden.

Maße Personen Traglast
1,00 m x 1,00 m 4

375 kg

1,00 m x 1,25 m 6

450 kg

1,10 m x 1,40 m 8

630 kg

1,10 m x 1,40 m 13

1.000 kg

1,40 m x 2,40 m 21

1.600 kg

Kosten und Preise von Hydraulikaufzügen

Es lassen sich keine allgemeinen Preisangaben für Hydraulikaufzüge machen. Denn selten ist ein Fahrstuhl wie der andere. Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Kosten:

  • Förderhöhe
  • Trag- bzw. Nennlast (abhängig von der Anzahl der im Maximalfall zu befördernden Personen)
  • Leistung und Geschwindigkeit
  • Einbau- und evtl. Umbaukosten
  • Ausstattung
  • Einsatzort (innen oder außen)

Günstige Hydraulikaufzüge können Sie schon ab 15.000 Euro erwerben. Bauen Sie einen Fahrstuhl nachträglich ein, ist ein Außenaufzug die günstigere Variante. Für Innenaufzüge sind Treppenhausdurchbrüche erforderlich, die extra berechnet werden.

  Tipp

Vergessen Sie nicht, auch die Folgekosten einzukalkulieren. Informationen zu Wartungs- und Betriebskosten erhalten Sie von dem Anbieter Ihres Hydraulikaufzugs.

Kompetente Beratung und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Es lohnt sich, Firmen und Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen und mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Käuferportal vermittelt Ihnen gerne kostenlos und unverbindlich drei Angebote von Aufzugsfirmen aus Ihrer Region. Unsere Anbieter sind allesamt zertifiziert und arbeiten qualitativ hochwertig. Sie entscheiden, welcher Anbieter Ihre Wünsche zu dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis erfüllt.

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