Aufzug

Stockwerke barrierefrei überwinden

Behindertengerechter Personenaufzug

Behindertengerechte Aufzüge garantieren körperlich eingeschränkten Menschen eine barrierefreie Bewegung in Gebäuden. Damit ein Fahrstuhl als behindertengerecht gilt, muss er bestimmten Anforderungen gerecht werden. Wir informieren Sie über die besonderen baulichen Bedingungen, geben einen Überblick zu den Preisen und stellen Förderungsmöglichkeiten vor.

Barrierefreie Aufzüge

Ein Personenaufzug sollte im besten Fall immer barrierefrei gestaltet sein. So können Menschen – egal ob mit oder ohne körperliche Einschränkungen – selbstständig Höhenunterschiede in Gebäuden überwinden. Der Leitgedanke: Aufzüge müssen stufenlos erreichbar sein und einen stufenlosen Zugang zu allen Gebäudeteilen ermöglichen.

Aufzug für einen Rollstuhlfahrer und weitere PersonenUm etwa den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern oder anderweitig eingeschränkten Personen gerecht zu werden, muss ein barrierefreier Fahrstuhl gewisse Rahmenbedingungen erfüllen. In Deutschland wird die Barrierefreiheit von Aufzügen in verschiedenen Normen und Richtlinien geregelt, u. a. in der Norm DIN EN 81-70. Die Norm definiert eine Reihe von Merkmalen, die ein behindertengerechter Aufzug erfüllen muss. Dabei wird zwischen drei Aufzugtypen unterschieden:

Kabinengrößen barrierefreier Aufzüge nach der Norm DIN EN 81-70

Typ 1

Tragkraft: bis 450 kg
Fahrkorbbreite: 1.000 mm
Fahrkorbtiefe: 1.250 mm
Benutzung durch einen Rollstuhlfahrer

Typ 2

Tragkraft: bis 630 kg
Fahrkorbbreite: 1.100 mm
Fahrkorbtiefe: 1.400 mm
Benutzung durch einen Rollstuhlfahrer + eine Begleitperson

Typ 3

Tragkraft: bis 1.275 kg
Fahrkorbbreite: 2.000 mm
Fahrkorbtiefe: 1.400 mm
Benutzung durch einen Rollstuhlfahrer + mehrere Begleitpersonen

Wann ist die Norm DIN EN 81-70 verbindlich?

Sobald Aufzüge gemäß der Landesbauordnung barrierefrei oder rollstuhlgerecht gebaut werden sollen, ist die Norm DIN EN 81-70 verbindlich. Zudem ist sie Bestandteil der neuen Normen DIN 18040-1 und DIN 18040-2 für barrierefreies Bauen in öffentlichen Gebäuden und Wohnungen.

Achtung!

Stopschild iconIn Landesbauordnungen vieler Bundesländer finden sich zum Teil von der Norm DIN EN 81-70 abweichende Vorgaben zu den Maßen der Aufzugskabinen. Diese Vorgaben sind verbindlich und müssen berücksichtigt werden.

Einen Fahrstuhl behindertengerecht planen und bauen

Um als barrierefrei eingestuft zu werden, müssen Aufzugsanlagen einige Voraussetzungen innerhalb und außerhalb der Kabine erfüllen. Die Norm DIN EN 81-70 schreibt gewisse Ausstattungsmerkmale vor, andere werden lediglich empfohlen. Wir zeigen Ihnen anhand eines Planungsbeispiels, auf welche Besonderheiten beim Bau behindertengerechter Aufzüge zu achten ist.

Aufbau eines barrierefreien Aufzugs
Barrierefreier Aufzug

Fläche vor dem Aufzug

Barrierefreiheit beginnt bereits mit dem Bereich unmittelbar vor dem Fahrstuhl. Dieser sollte mindestens 150 mal 150 Zentimeter betragen, um eine ausreichende Bewegungsfreiheit zu garantieren. Grenzt der Wartebereich vor dem Aufzug an abwärtsführende Treppen, sollte die Bewegungsfläche auf mindestens 200 Zentimeter Tiefe vergrößert werden, um die Absturzgefahr zu verringern.

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Bedienelemente außen

Die Ruftaste des Fahrstuhls sowie eine tastbare Stockwerksnummerierung sollten in einer Höhe von 90 bis 110 Zentimetern und mit einem Seitenabstand von 50 Zentimetern zur Raumecke oder zu einer eventuell vorhandenen Möblierung installiert werden. Alle Bedienelemente sind auf einem leicht schrägstehenden Tableau anzuordnen, damit sie gut erreichbar sind, auch bei Bewegungseinschränkungen der Arme oder Hände. In gut 150 Zentimetern Höhe wird eine optische und akustische Stockwerksanzeige angebracht.

Aufbau einer barrierefreien Fahrstuhlkanine
Fahrstuhlkabine

Fahrstuhltür

Die Mindestbreite für die Aufzugstür beträgt 90 Zentimeter, damit auch Rollstuhlfahrern mit zum Teil erschwerter Steuerung des Rollstuhls eine ungehinderte Einfahrt ermöglicht wird. In Gebäuden mit großen Besucherzahlen ist eine Türbreite von 110 Zentimetern vorgesehen. Als Türart sind ausschließlich Schiebe- und Teleskoptüren zu verwenden. Wichtig: Der Fahrstuhl muss ohne Barriere zu befahren sein.

Fahrstuhlkabine

In unserem Beispiel ist die Kabine 110 Zentimeter breit, 140 Zentimeter tief und bietet Platz für eine Begleitperson. Das entspricht dem Aufzugstyp 2 aus der Norm DIN EN 81-70. Die Kabine ist mit einer umlaufenden Griffstange ausgerüstet, die den Fahrgästen Sicherheit gibt. Die Griffstange hat einen Umfang von 4 Zentimetern und befindet sich bestenfalls in einer Höhe von 90 Zentimetern. In der Fahrkorbecke kann ein Klappsitz installiert sein, der älteren oder gehbehinderten Personen eine Sitzgelegenheit bietet. Gegenüber der Tür sollte sich ein großflächiger Spiegel zur besseren Orientierung und Koordination zur Ein- und Ausfahrt befinden. Die Fahrgäste werden über eine optische Anzeige sowie eine akustische Ansage über Stockwerk und Fahrtrichtung informiert. Die Beleuchtung innerhalb der Fahrstuhlkabine ist blendfrei.

Bedienelemente in einem barrierefreien Aufzug
Bedienelemente innen

Bedienelemente innen

In der Fahrstuhlkabine sollten die Bedienelemente in einer Höhe von 90 Zentimetern und mit einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern von der Kabinenecke angebracht werden. Die Höhe der Fahrstuhlbedienung sollte 110 Zentimeter nicht überschreiten, damit sie für Personen im Rollstuhl und mit Bewegungseinschränkungen der Arme oder Hände problemlos erreichbar ist. 

Taster in einem barrierefreien Aufzug
Taster innen

Die Bedienelemente sind waagerecht und auf einem leicht schrägstehenden Tableau installiert. Die mechanischen Taster in der Fahrstuhlkabine müssen einen farblichen Kontrast zum Hintergrund aufweisen, ausreichend groß sein und einen fühlbaren Höhenunterschied zum Untergrund haben, um sehbehinderten Personen die Bedienung zu erleichtern. Die Schriftzeichen auf den Tasten sind groß und mithilfe von Relief- oder Punktschrift auch für Blinde gut lesbar.


Checkliste

Ist Ihr Aufzug behindertengerecht? Mit unserer Checkliste können Sie die einzelnen Kriterien überprüfen.

Anforderungen an einen behindertengerechten Aufzug
  JA NEIN
  1. Mindestgröße der Aufzugskabine 1.000 x 1.250 mm, Türen mit 90 mm Breite?
  2. „Tür-offen-Zeit“ einstellbar?
  3. Haltegenauigkeit des Aufzugs bei +/–10 mm?
  4. Anordnung und Ausführung der Bedien- und Anzeigeelemente entsprechend der Vorgaben?
  5. Handlauf innerhalb der Kabine?
  6. Spiegel an der Rückwand der Kabine?
  7. Akustische und visuelle Etagenanzeige?
  8. Etagentaster in der Fahrstuhlkabine mit optischer Kontrastierung, fühlbarem Höhenunterschied zum Untergrund und in Blindenschrift?
  9. Hörbares Signal vor Beginn des Türöffnens?
  10. Taster zum Öffnen und Schließen der Tür mit Symbol?
  11. Notruftaster mit Glockensymbol in Signalfarbe?
  12. Blendfreie Beleuchtung der Fahrstuhlkabine?
  13. Langsame Fahrt und weiches Anhalten des Aufzugs?
   

Preise und Kosten für einen Behindertenaufzug

Die Preise für behindertengerechte Personenaufzüge variieren und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Aufzugstyp (Optik und technische Fähigkeiten)
  • Ausstattung
  • Förderhöhe
  • Haltepunkte
  • Tragkraft

Behindertenlifte sind je nach Situation und Anforderungen meist individuell anzufertigen und an den vorhandenen Raum anzupassen. Exakte Preisangaben sind daher nur schwer zu machen. Als Richtwert für einen senkrechten Behindertenaufzug für ein Einfamilienhaus mit zwei bis drei Etagen gilt ein Kaufpreis von ungefähr 40.000 bis 50.000 Euro. Meist ist auch die Montage im Preis inbegriffen. Eine preiswerte Alternative sind gebrauchte Aufzüge, die bis zu 50 Prozent günstiger als neue Fahrstuhlmodelle sind. Eine TÜV-CE-Zertifizierung bestätigt dabei die Sicherheit und Qualität des Lifts.

  Tipp

GlühbirneGebrauchten Aufzügen wird in den meisten Fällen keine Garantie ausgestellt. Die Reparaturkosten und der Ersatz von Verschleißteilen müssen selbst getragen werden. Zudem ist es meist schwer, das passende Gebrauchtmodell für die eigenen Anforderungen an einen Behindertenaufzug zu finden.

Förderungen für Behindertenaufzüge

Informieren Sie sich vor dem Neukauf eines Behindertenlifts über finanzielle Fördermöglichkeiten. Mit einer Pflegestufe sind Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse möglich. Eine weitere Möglichkeit sind zinsgünstige Kredite der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Mit bis zu 50.000 Euro werden Baumaßnahmen gefördert, die der Barrierefreiheit entsprechen. Mehr Informationen zu Fördermöglichkeiten für barrierefreies Bauen erhalten Sie hier.

Einen behindertengerechten Personenaufzug kaufen

Der Kauf eines behindertengerechten Personenaufzugs sollte gut geplant sein. Käuferportal unterstützt Sie bei der Suche nach dem optimalen Anbieter für Ihre Bedürfnisse. Anhand Ihrer Vorstellungen stellen wir Ihnen kostenlos und unverbindlich drei Angebote von qualifizierten Anbietern aus Ihrer Region zusammen. So können Sie sich persönlich beraten lassen und sich für das Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden.

Bildquellen:
© Käuferportal
© Selbstbestimmtleben.at / Käuferportal
© Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) | Europäische Union
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© TÜV Saarland Gruppe | tekit Consult Bonn Gruppe GmbH
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